Review

Weil die Musiklandschaft nicht schon genug Genres hat, fügen Hell-O-Matic mit ihrem selbstbezeichneten „Scary Metal“ einfach noch eins dazu und erschaffen sich damit eine Nische, die letztlich aber zwischen Gothic- und Industrial-Metal einzuordnen ist. Die in den Songs transportierte Atmosphäre, häufig erzeugt durch Zerrsounds, stampfende Beats und die stimmliche, oft aggressiv angehauchte Darbietung, sorgt dann neben den Texten für den „scary“-Faktor, während hartes Riffing, energisches Drumming und ein durchgehendes nach vorne Spielen für die metallische Seite verantwortlich sind.

Nun garantiert ein neuer Name jedoch nicht immer auch neues oder gar innovatives Songmaterial, denn meist wird sich doch an den bewährten Elementen der verwendeten und logischerweise schon bestehenden Genres bedient. Dies stellt man auch bei Hell-O-Matic fest, die darüber hinaus aber dennoch eine gewisse Frische auf ihrem Album „Hell-O-Matic“ an den Tag legen.

Anders als die Stilrichtung betreffend war man also bei der Namensfindung für das Debütalbum nicht allzu kreativ, sodass es bei der schlichten Selbstbetitelung bleibt. Mau ist auch die Kreativität, wenn man den Silberling als Ganzes betrachtet. Zwar können immer wieder einzelne Titel für sich genommen überzeugen, teils rammt man sich sogar mit Ohrwurmpotenzial in die Gehörgänge der Konsumenten („Maggots“, „Hedonistic Cheerleaders“), doch am Stück genossen führt gerade der „scary“-Charakter der Songs zu Ähnlichkeiten der Titel. Darüber hinaus plätschern viele Tracks (vor allem jene der zweiten Albumhälfte) trotz harter Ausrichtung und versprühender Spielfreude der Band lediglich am Hörer vorbei.

Hell-O-Matic (Copyright: Konrad Merz)

Hell-O-Matic (Copyright: Konrad Merz)

Eröffnet „Planet Claire“ noch mit einem Intro im Stil eines Themes zu einer Gruselserie aus den 80ern das Album, und folgen dann mit „Maggots“, zu dem ein Video gedreht wurde, in dem Dr. Mark Benecke den Song performt, sowie „Hedonistic Cheerleaders“ zwei Brecher, die im Ohr bleiben, geben sich Hell-O-Matic in „Rape your Youth“ und „Hurt’n Bleed“ sogar ein wenig bluesig. Im Folgenden kristallisiert sich jedoch heraus, dass das Quintett sein Pulver damit bereits zu Beginn verschossen hat. „Welcome to my World“ bleibt noch hängen, der Rest ist nett anzuhören, doch ist es sicherlich nicht das, was die Band mit ihren insgesamt zwölf Songs bezwecken wollte.

Der Bandname Hell-O-Matic, die Bezeichnung „Scary Metal“ und das damit gepflegte Image wecken Erwartungen, die das Album „Hell-O-Matic“ nur bedingt erfüllt. Es hätte frecher, auffälliger, nachhaltiger sein dürfen. Mutig vermischt man einige unterschiedliche Genre-Elemente, überschreitet dabei auch mal die Grenzen der hier vorhandenen Stile, am Ende bleibt der Hörer allerdings mit dem Eindruck zurück, dass nur wenig von „Hell-O-Matic“ im Ohr geblieben ist. Das geht definitiv noch besser.

Video

Tracklist

01 Planet Claire
02 Maggots
03 Hedonistic Cheerleaderes
04 Rape Your Youth
05 Breakaway
06 Hurt’n Bleed
07 Meet Ze Monsta
08 Welcome To My World
09 Love Suxx
10 Bad Dog
11 White Man
12 Too Far

Details

Hell-O-Matic – Homepage
Hell-O-Matic – Facebook
Hell-O-Matic – Twitter

Label: Danse Macabre / Al!ve
Vö-Termin: 30.10.2015
Spielzeit: 46:27

Copyright Cover: Danse Macabre



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde