Review

„Es ist nicht vorbei“. Ein passender Titel für den ersten Song eines neuen Albums.
Heimataerde haben damit schon einmal die richtige Wahl getroffen, während gleichzeitig gemächliche, klösterlich anmutende Sounds serviert werden, die hier und da durchblicken lassen, wofür die Band musikalisch steht.
Man kann also sagen, dass es sich um ein sehr ausführliches Intro handelt, welches die perfekte Atmosphäre schafft, die es braucht, um ein Heimataerde Album – in diesem Fall „Kaltwaerts“ – ideal auf sich wirken zu lassen. Ein schöner Einstieg.

Beim nun folgenden Song „Bruderschaft“ ist es dann jedoch schnell vorbei mit der Ruhe. Ein paar verstörende Sounds zu Beginn läuten die wahre Welt von Heimataerde ein und das bedeutet, dass von nun an harter Industrial-Sound mit fiesen Bässen, gewürzt mit folkig- mittelalterlichen Instrumenten aus den Boxen knallt, der mit deutschen Texten versehen ist.
„Bruderschaft“ ist ein gelungenes Beispiel für diesen Stil, auch wenn diese Nummer sich eher im unteren Temposegment abspielt. Dafür bekommt man die ungewöhnliche Mischung zweier grundverschiedener Stile sehr gut mit.

Im Anschluss werden wir bereits mit dem Titeltrack „Kaltwaerts“ konfrontiert. Diesem wurde ein recht ausführliches Intro verpasst, welches Fans der Band durchaus gefallen sollte, jenen, die primär auf den Industrial-Aspekt der Band stehen, aber zu viel „Chichi“ sein könnte. Nach eben diesem geben Heimataerde jedoch Vollgas und drücken das Gaspedal ziemlich durch. In die harten Bässe mischen sich vor allem orientalisch anmutende Melodien, die von einem gelegentlich integrierten Muezzin noch unterstützt werden. Dieser Track ist absolut tanzbar, kann aber auch konzentriert gehört werden, da er sehr facettenreich gestaltet ist.

Heimataerde (Copyright: Heimataerde)

Heimataerde (Copyright: Heimataerde)

„1000 Meere weit“ startet ein bisschen wie eine gitarrenlastige, folkige Ballade. Doch der Schein trügt wie so oft bei dieser Band. Es handelt sich zwar durchaus um eine balladeske Nummer, aber Heimataerde lassen es sich dennoch nicht nehmen, einige elektronische Elemente sowie einen harten Bass zu integrieren, der langsam im Hintergrund vor sich hin wummert. Heimataerde zeigen mit dieser Nummer sehr schön, dass sie nicht nur stumpfen Industrial, sondern durchaus auch Balladen können, auch wenn „1000 Meere weit“ ein wenig komplexer aufgebaut sein könnte. Nach einigen Durchläufen wird diese Nummer leider recht langweilig.

„Schwesterlein“ startet vielversprechend und lässt erneut eine Ballade vermuten. Im Verlauf steigert sich die Geschwindigkeit jedoch und Heimtaerde orientieren sich abermals im Mid-Tempo Bereich. Vielleicht ein wenig darunter. Der Gesang steht etwas mehr im Hintergrund als bei den meisten anderen Songs dieser CD, was in diesem Fall ein wenig unrund klingt. Es fällt schwer, sich auf den Text zu konzentrieren, da der Bass das Geschehen sehr dominiert.

Mit „Kaltwaerts“ liefern Heimataerde ein durchaus gelungenes Album ab, welches lediglich ein paar kleine, aber durchaus verschmerzbare Schwächen aufweist. Sicherlich ist die Musik dieser Band nicht unbedingt etwas für Fans des „klassischen“ Industrials, aber durch den integrierten mittelalterlichen Klang sowie die recht komplexen Songtrukturen eignet sich die Musik sowohl zum puren Genießen als auch zum ekstatischen Abfeiern sehr gut.

Fakt ist, dass man diese Band gerade wegen des recht ungewöhnlichen Sounds einmal gehört haben sollte!

Video

Tracklist

01 Es Ist Nicht Vorbei
02 Bruderschaft
03 Kaltwaerts
04 Die Wanderschaft
05 Sohn
06 1000 Meere Weit
07 Keine Helden
08 Verdammt Noch Mal
09 Heut Ist Ein Guter Tag
10 In Der Dunkelheit
11 Schwesterlein
12 Weiß Schwarz
13 Einfach So
14 Rossreiter

Details

Heimataerde – Homepage
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Label: Out of Line
Vö-Termin: 29.08.2014
Spielzeit: 53:02

Copyright Cover: Out of Line



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.