Review

Die aus Hannover stammende female fronted Symphonic Metal Band Heaven’s Guard nutzte die pandemiebedingte Live-Aktivitäten-Auszeit, um an ihrem Debütalbum zu feilen. Unter dem Namen „Pathfinder“ wurde das elf Tracks umfassende Werk vor Kurzem über das Label boersma-records veröffentlicht.

Die Tracks

Jenes eröffnet das Quintett mit dem Opener „Obscurity“, der mit einem fulminanten 1-minütigen Intro aufwartet. Schon jetzt wird klar, wo es gesanglich hingeht, nämlich hoch hinaus. Durch die extrem hohen Töne ist es teilweise allerdings schwer, den Text zu verstehen. Schwer fällt es auch, zwischen Strophe und Refrain exakt zu unterscheiden, da die Instrumentierung gefühlt immer gleich ausfällt.

Deutlich verständlicher, da nicht ganz so hoch gesungen wie der vorausgegangene Titel, kommen die Strophen von „Veiled In Mist“ daher. Anders der Refrain, der – erneut durch den allzu hohen Gesang – teils sogar etwas gequält wirkt. Positiv hervorzuheben sind davon abgesehen jedoch das ordentliche Gitarrensolo im Intro sowie ein Instrumentalpart, der Streicher und Gitarre gelungen in den Vordergrund stellt.

Streicher werden auch im Intro des Folgesongs „Fallen Angels“ in den Vordergrund gerückt, sodass ein epischer Sound entsteht. Damit nicht genug, wechselt auch die Instrumentierung und das Tempo innerhalb des Intros. In den Strophen treten die Streicher dann in den Hintergrund, bleiben aber dennoch immer präsent. Im Refrain wird Frontfrau Doreen Fleck von mehrstimmigem, chorartigem Gesang unterstützt. Insgesamt ein sehr vorantreibender Track.

Dem Bandnamen gewidmet ist der Track „Heaven’s Guard“. Dieser bekommt ein Metal-Intro mit fetten Gitarrenriffs verpasst. Doch auch hier fällt wieder auf, dass der Gesang an den hohen Stellen teilweise etwas gedrückt klingt. Musikalisch hat der Track allerdings auf jeden Fall einiges zu bieten.

„Passenger Of Charon“ lädt gleich schon im Intro zum Headbangen ein, da die Band sofort richtig Vollgas gibt. Der Song besticht zudem durch ausgiebige Instrumentalparts, einen guten Drive und – diesmal kritiklos – guten Gesang.

Mit seinem einleitenden kurzen Pianopart kündigt sich „Deepest Voice“ zunächst als Ballade an, haut den Hörer:innen wenige Sekunden später jedoch die volle Ladung Metal-Sound um die Ohren. Während man das Klavier im weiteren Verlauf des Tracks zwar nicht mehr zu hören bekommt, entschädigt ein Part mit Streichern für diesen „Verlust“.

Einen komplexen Beginn legt „The Cause of Destiny“ aufgrund seiner Tempowechsel und unterschiedlichen Instrumentierung hin. Dadurch und weil die Instrumentalparts sehr ausgeprägt sind, scheint der Gesang hier fast schon eine Nebenrolle zu spielen.

Eine kleine Verschnaufpause liefert „Plato’s Cave“, der durch die Streicher etwas ruhiger und auch vom Tempo her langsamer als die bisherigen Songs ist.

Titeltrack „Pathfinder“ setzt anschließend direkt mit dem Gesang ein und präsentiert die volle Breitseite an fettem Metal-Sound, der mit Klängen vom Spinett gespickt ist. Einen ausgefallenen Instrumentalpart mit Streichern gibt es auch noch. Ein sehr eingängiger Song.

Heaven’s Guard (Copyright: Heaven’s Guard)

Das folgende Stück „Worlds“ bietet ein auf instrumentaler Ebene umfangreiches Intro, das jedoch sehr kurz gehalten ist. In den Strophen sind die Läufe der Drums positiv hervorzuheben. Ebenfalls positiv ist die stellenweise sehr behäbige und schwere Instrumentierung zu werten. 

Als Bonustrack gibt es den Titel „Symbiosis“ zu hören, der mit seinen gezupften Streichern fast schon lieblich eingeleitet wird. Verzerrte Gitarren und Drums untermalen das weitere Geschehen, während die Instrumentierung in den Strophen wie ein Marsch klingt. Sehr geradlinig, beinahe abgehackt wird hier die Melodie durchexerziert. Sind die Instrumentalparts allesamt sehr ausfallend gestaltet, gibt es die Melodieführung betreffend im gesamten Song kaum große Ausschläge noch oben oder unten.

Fazit

Auf „Pathfinder“ haben Heaven’s Guard in Hinblick auf die Instrumentierung alles richtig gemacht. Diesbezüglich gibt es absolut nichts auszusetzen. Gesanglich bleibt die Scheibe allerdings wohl eher eine Frage des persönlichen Geschmacks. Symphonic Metal Fans und solche, denen diese Art hoher Gesang extrem gut gefällt, sollten ein Ohr riskieren.


Pathfinder

Video

Tracklist

01 Obscurity
02 Veiled In Mist
03 Fallen Angels
04 Heaven’s Guard
05 Passenger Of Charon
06 Deepest Voice
07 The Cause Of Destiny
08 Plato’s Cave
09 Pathfinder
10 Worlds
11 Symbiosis (Bonustrack)

Details

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Label: Boersma Records / Nova MD
Vö-Termin: 11.02.2022
Spielzeit: 51:04

Copyright Cover: Boersma Records



Über den Autor

Selina
Carpe Noctem