Review

Es wird chillig und geht „back to the 90s“. HEADS überrollen uns mit der geballten Power von 90er Noise Rock mit Indie-Anleihen.

Die Besetzung ist hochkarätig und international. Kein Geringerer als Bassist Chris Breuer von The Ocean ist Teil der Truppe. Dazu gesellen sich Peter Voigtmann am Drum und der Australier Ed Fraser an der 6-Saiter.
Wenn man sich dann noch durchliest, wie die Platte gemixed wurde und wo die Songs entstanden sind, kommt man aus dem Stauen nicht mehr raus. Aufgenommen wurde in der Schweiz bei Jona Nido (ex-The Ocean). Aus 13 Tracks wurden sechs für die Debütplatte ausgesucht, die dann von Magnus Lindberg (Cult Of Luna) gemastered wurden. Das Package allein klingt schon phänomenal, aber können die entstandenen Stücke das auch wiedergeben?

Man muss zugeben, dass „HEADS“ den Spirit der alten Tage wirklich klasse einfängt. Zu Beginn dachte ich an eine etwas modernere Variante von sich durch die Boxen sludgenden Nirvana. Der Gesang ist schön rotzig und kantig. Diese in Zigaretten und Alkohol getränkten Vocals gehen unter die Haut. Der Gesamtsound bzw. Mix bleibt natürlich und old school.

„Mural is Worth A Thousand Words“ ist der Opener der Platte und erinnert extrem an Bands wie Queens of the Stone Age, denn die dissonanten Gitarren und das psychedelische Feeling lassen den Hörer in die Musik eintauchen und versinken. Im Grunde ist es Rock mit viel Noise und etwas Grunge. Die gelegentlichen Ausbrüche, gerade im Gesang oder in offenen Songstrukturen, beflügeln den eher monotonen Stil ein wenig. Da hätten wir auch gleich eine der Schwächen des HEADS Debüts genannt: Die Songs sprühen nicht vor Innovationen oder Freshness, sondern eher durch solide und starke Songs, die gerne im Verbund gehört werden wollen.

HEADS (Copyright: HEADS)

HEADS (Copyright: HEADS)

„Chewing on Kittens“ ist da die Ausnahme, da der Song viel Abwechslung bietet. „Skrew“ wirkt dagegen mehr nach Kneipenrock, der morgens um drei Uhr in der Bar läuft, damit die Saufköppe noch etwas zu hören haben.

Das wird der Band aber nicht gerecht, denn die Songs sind gut. Für Fans von The Ocean wird „Black River“ ein Ohrenschmaus sein, denn der bringt einen direkt in ozeanische Gefilde und zeigt die Schwere, die HEADS ebenfalls mit sich bringt. Der Sludge-Charakter wird auch bei diesen Jungs großgeschrieben. Das harmoniert mit ihrer Rockader natürlich sehr gut.

Fazit: Die Jungs von HEADS sind cool, das kann man nicht anders sagen. Sie machen einen ordentlichen Rock mit starken Songs und dem Charme der 90er. Bands wie Nirvana oder Queens of the Stone Age lassen grüßen. Der Noiseanteil fällt recht minimal aus und so bleibt mehr Platz für Klanglandschaften oder eine hier und da zum Vorschein kommende Raffinesse. Leiber ist es das im Großen und Ganzen schon und die Platte verkommt eher zu einem Durchläufer. Der lässige Psychedelic-Rock-Sound ist etwas für die dunkleren Tage im Leben oder gar einen sehr kleinen Club, dessen Raum einen erdrücken muss. Hier können HEADS ihre Stärken ausspielen. Da die Jungs aber noch am Anfang stehen und wer weiß, was sie mit dem Release bewirken bzw. wo es sie hin verschlägt, handelt es sich hier um einen guten Output von ambitionierten Musikern, die ihr Tun einfach lieben.

Video

Trackliste

01 A Mural Is Worth A Thousand Words
02 Chewing On Kittens
03 Skrew
04 Black River
05 Foam
06 The Voynich Manuscript

Details

HEADS – Homepage
HEADS – Facebook

Label: This Charming Man Records / Heart of The Rat Records
Vö-Termin: 08.05.2015
Spielzeit: 38:80

Copright Cover: This Charming Man Records / Heart of The Rat Records



Über den Autor

Marcus
Marcus