Review

Chris Breuer war nicht nur Bassist der erfolgreichen Band The Ocean, sondern ist nun fester Bassist der Band Heads. Als wenn das nicht reichen würde, hat er nun auch noch ein Label gegründet. Crazysane Records heißt es. Seine Aufgabe? Schallplatten unter die Menschen zu bringen. Breuers Leidenschaft brachte ihn dazu.
Was liegt also näher, als mit seiner Band Heads. ein Splitalbum mit alten Freunden, nämlich Closet Disco Queen, über Crazysane Records zu veröffentlichen?

Closet Disco Queen (Copyright: Stan Of Persia)

Closet Disco Queen (Copyright: Stan Of Persia)

Die Mannen von Closet Disco Queen sind nicht nur schnell genannt, sondern ebenfalls hochkarätig. Niemand Geringeres als Jonathan Nido und Luc Hess, ihres Zeichens ehemalige Mitglieder von The Ocean und aktuell mit Coilguns unterwegs, haben die Zeit dafür gefunden.

Ob die beiden Tracks auf der „Split 7“ fruchten und einen Kauf wert sind, klären wir hier.

Der erste Song „Black Sorbet“ stammt von Closet Disco Queen. Er bringt den Rock der alten Schule in die Gehörgänge und peppt jenen etwas auf. Ihre Interpretation riecht zwar nach viel Achselschweiß, wird aber schön modern runtergezockt.

Die beiden Musiker sind aufeinander eingespielt und scheinen zusammen gut zu funktionieren. Immerhin gibt es auch nur die zwei Akteure; keinen Bassisten, keinen Sänger und keine zweite Gitarre. Dafür klingt der Song fett genug, um dahinter eine komplette Bandbesetzung vermuten zu können.

Luc spielt durchgängig einen straighten Beat, der ordentlich mitreißt. Er hat bei The Ocean schon überzeugen können und lässt auch hier gewohnt die Saiten zwiebeln. Diese Art des Rocks scheint ihm wie auf den Leib geschnitten zu sein. Zwar mangelt es dem Song etwas an Ideenreichtum, dafür bewegt er die Hüften der Hörer ohne viel Zutun.

Im Gegensatz dazu holen Heads. die Sludgekeule heraus und rammen ihre Zuhörer damit sanft in den Boden. Und so ist der zweite Track „Soothe“ genau das, was sich Heads.-Fans erhoffen.

Heads. (Copyright: Kristinakari)

Heads. (Copyright: Kristinakari)

Ihr selftitled Album war schon hörenswert: Etwas noisy, etwas dissonant und derbe walzend. Diese Marschrichtung wird mit „Soothe“ konsequent weiterverfolgt und das ist gut so, denn das Trio hat hier einen Stil geschaffen, der einzigartig ist.

„Soothe“ erinnert an den Song „Black River“ ihres Debütalbums. Der Sound ist gewohnt rotzig und fett. Ebenso passt der Gesang wieder wie die Faust aufs Auge. Ed Fraser klingt nach Rauch, nach Alkohol – quasi nach einem ganzen Club. Der absolute Wahnsinn.
Anfangs rüttelt der Track die Hörer auf, um dann im Mittelteil recht groovig dahinzusludgen. Eine wirklich gute Nummer.

Die Liebe zum Vinyl ist eine tiefe und Chris Breuer hat dieser Liebe mit Crazysane Records ein Sprachrohr gegeben. Die beiden Tracks auf „Split 7“ rotieren sauber durch und machen Lust auf mehr. Leider sind es eben nur zwei Songs, die hier ihren Platz gefunden haben. Daher darf man gespannt sein, was in naher Zukunft von den beiden Bands noch zu hören sein wird.

Video

Trackliste

01 Closet Disco Queen – Black Sorbet
02 Heads. – Soothe

Details

Closet Disco Queen – Facebook

Heads – Homepage
Heads – Facebook

Label: Crazysane Records
Vö-Termin: 15.04.2016
Spielzeit: 11:45

Copyright Cover: Crazysane Records



Über den Autor

Marcus
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