Review

Die Hawk Eyes haben schon mit den ganz Großen dieser Welt auf einer Bühne gestanden, darunter die Foo Fighters, Metallica, Slash oder sogar System of a Down. So ist es verwunderlich, dass wir in Deutschland erst jetzt von Hawk Eyes aus Leeds, Großbritannien hören. Über Drakkar Records erhält man nun die Chance, diese Band endlich nachzuholen. Ihre Musik ist im Grunde Rock mit vielen experimentellen Elementen, ob es nun im Sound oder im Songwriting ist. Und um es vorwegzunehmen: Die Jungs schreiben super Musik, die sich mit den oben genannten Größen messen lassen kann.

It’s a Trap! Memefreunde kennen diesen Ausspruch und „The Trap“ heißt auch der erste Song der Platte. Ruhig fängt er an und erinnert – wenn es mal wieder atmosphärischer werden soll – etwas an Sólstafir. Doch dann geht er relativ schnell in einen geheimnisvollen, rifflastigen Song über.
Der Sound ist jetzt schon wahnsinnig gut, denn die Produktion klingt sehr natürlich und dennoch bleibt der fette Rocksound nicht aus. Die Band lässt dem Ganzen ein wenig Raum und das wird auch belohnt.
In „The Trap“ findet man somit einen Ohrwurm, der sich schon nach dem ersten Durchlauf manifestiert. Hawk Eyes verstehen es, gute Songs zu schreiben, die im Hinterkopf bleiben und die man sofort mitsingen kann. Dabei werden experimentelle Sounds und Rhythmen verwendet, die die Tracks deutlich interessanter machen und zeigen, was die Band musikalisch auf dem Kasten hat.

Ein wenig PunkAttitüde kommt bei den Jungs ebenfalls durch. „The Ambassador“ oder „More Than a Million“ sind Paradebeispiele dafür. Eine etwas härtere Gangart kann hier also erwartet werden.
In „Permission“ gesellt sich noch eine Post-Komponente hinzu, die zudem mit einer Prise Queens of the Stone Age gepaart wird. Etwas merkwürdig klingend, kann diese Mischung aber überzeugen.
Um dann noch einmal die eingangs erwähnten Foo Fighters mit ins Boot zu holen, klingt „The Ballad of Michael McGlue“, als wurde er einst für die Foofies geschrieben. Doch der Song ist kein Abklatsch, denn Hawk Eyes geben klar ihren eigenen Stil vor. Die Songs werden gerne mal etwas ausschweifender und lassen Platz für Gitarrenklänge und virtuose Schlagzeugsounds, die teilweise richtig saftig sind.

„Terribly Quelled“ ist schließlich der erste Anspieltipp, den man unweigerlich geben möchte. Der Song kommt sehr alternativ daher. Minimalistische Riffs und ein pumpendes Schlagzeug definieren den Track. Die Stimme des Frontmannes ist aggressiv und nicht gerade fröhlich. „Happiness is a risky business“ heißt es im Track und ich denke, der Satz ist Programm.
Ein weiterer empfehlenswerter Track ist „I Never Lose“ mit treibenden Beats und einem Refrain, der sich ins Hirn frisst. Vor allem der Gitarrensound macht hier das i-Tüpfelchen aus. Fronter Paul gibt richtig Gas – ob Gesang, Gebrüll oder rapartige Performance, der Junge kann alles und das auch noch gut. Die Nummer geht schon zum Start durch die Decke.

Hawk Eyes (Copyright: Hawk Eyes)

Hawk Eyes (Copyright: Hawk Eyes)

Auf „Everything is Fine“ ist zudem der Bass-Sound hervorzuheben. Zwar macht Ryan diesbezüglich nichts Besonderes, der Sound passt aber einfach wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge. Lobenswert, dass man ihm hier die Freiheit gibt, auch mal durchzukommen.

Hawk Eyes ist eine experimentierfreudige Rockband mit Drang zur Härte, die sich vor Größen wie den Foofies oder Queens of the Stone Age nicht verstecken muss. Gut geschriebene Songs mit grandiosen Hooks und ein fetter Rocksound, der sich einbrennt, bieten genug Ausganspunkte für eine super Rockscheibe. Hier sollte für jeden etwas dabei sein, der abseits des Mainstreams gerne mal etwas anderen Rock hören möchte.

Video

Trackliste

01 The Trap
02 The Ambassador
03 Die Trying
04 Permissiom
05 The Ballad Of Michael McGlue
06 More Than A Million
07 Terribly Quelled
08 Night Music
09 I Never Lose

Details

Hawk Eyes – Homepage
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Label: Drakkar
Vö-Termin: 24.06.2016
Spielzeit: 45:18

Copyright Cover: Drakkar

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Über den Autor

Marcus
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