Review

Raue Winde ziehen mit „Panem Et Circenses“ auf, denn besonders dreckig soll es klingen, wenn sich Hathors mit ihren elf Songs Gehör verschaffen wollen.
Eine pure Woge Alternative Rock, der so gut wie alles (angefangen von Grunge über Punk bis hin zu Hardcore-Ansätzen) bereithält, überrollt die Hörer dabei, während Hathors musikalisch gekonnt changieren. So zeigt die Band mal ihre diabolische Seite in „Lucifer“, im nächsten Moment wird mit „Mate“ direkt der Gute-Laune-Punk ausgepackt.

Besonders fällt der kernige Gesang auf, der den Sound ein kleines bisschen an die Beatsteaks erinnern lässt – aber um einiges rauer und vielleicht auch expressionistischer. Simultan mit den harten und düsteren Passagen passt sich die Stimme immer wieder an. Sie klingt dreckig, wenn sie es soll, und sie klingt betörend, wenn die Band es will.

Stilistisch geht es, wie schon beschrieben, ständig auf und ab. Was keineswegs schlecht sein muss, denn dadurch erscheint das ganze Konzept dieser Platte so, als würde es gewollt für sich selbst keinen Nenner finden. Songs werden schon fast zu Parodien und Hörer werden gefordert, immer wieder in die musikalischen Freiheiten Hathors einzutauchen. Dabei kommen sowohl individuelle Nuancen als auch recht generische Abschnitte auf.

Hathors (Copyright: Hathors)

Hathors (Copyright: Hathors)

Wenn sich die Band musikalisch mal gehen lässt, dann merkt man das auch und kann sich viel besser auf das Album einlassen. Doch das stellenweise Recyceln von Ideen lässt die anfängliche Euphorie oft wieder abflachen. Besonders gegen Ende fehlt dem Sound einfach der Biss. „Shallow Waters“ rettet den Rest dennoch durch seinen schleppenden Groove, also immerhin etwas.

Alles in allem also eine mehr als solide Platte, die hier zusammengeschustert wurde. „Panem et Circenses“ mag man für seine Fehler, weil man besonders an diesen merkt, dass sich Hathors um nichts scheren als um ihre eigene Musik. Zwischendurch klingt das Ganze dann etwas gezähmt, aber in sich immer wieder stimmig.

Video

Trackliste

01 Watching You
02 Pyramid
03 Evermore
04 Lucifer
05 Mate
06 Panem Et Circenses
07 Monopoly
08 Banshee
09 Holy Mother Nature
10 Dull Steed Laughter
11 Shallow Waters

Details

Hathors – Homepage
Hathors – Facebook

Label: Noisolution
Vö-Termin: 07.04.2017
Spielzeit: 47:03

Copyright Cover: Noisolution



Über den Autor

Christopher