Review

Die norwegischen Death Thrasher von HARM hauen mit „October Fire“ ihre dritte Full-Length raus. „October Fire“ soll ihr bis dato „most heaviest and thrashing album to date“ sein. Seit mehreren Jahren unterwegs, soll es nun endlich hoch hinausgehen. Ob Steffan und Co. sich dieses Mal in die Köpfe der Metal-Fans spielen können?

„October Tide“ beginnt und es grüßt Tom Araya. In bester Slayer-Manier geht es in Richtung Wahnsinn. Der Anfang ist grandios, da er ohne Umwege die Marschrichtung angibt. Steffan zeigt schon hier ein starkes Stimmchen, welches sich vor Slayer oder Exodus nicht verstecken muss. Das thrashige Humpa Humpa-Feeling kommt richtig gut, weil die Riffs schön grooven und Drummer Kevin eine ordentliche Doublebass spielt. Dazu ist der Tom- und Beckeneinsatz energiegeladen. So hört sich Spielfreude an.

Die Platte ist für 2016er-Verhältnisse extrem trocken und roh, was gerade in Kombination mit dem rasanten Death/Thrash richtig gut zusammenwirkt. Man spürt die Freude an älteren Werken dieser Musikrichtung. „Trying To Grow Wings“ zeigt sich in diesem Zusammenhang im groovigen Gewittergewand. Etwas progressiv daherkommend, kann gerade die Schlagzeugarbeit mit seinen kleinen Ghost Notes voll überzeugen. Dieser Track gilt daher als Anspieltipp, denn er zeigt sehr gut das Potenzial der Jungs auf.

Titeltrack „October Fire“ bedarf keiner Worte. Mit seinem einnehmenden Wesen ist dieser Song schon fast das Glanzstück auf der gleichnamigen CD. Es fällt jedoch auf, dass gerade in dem Song der Bass extrem dröhnt und vielleicht etwas drüber ist. Zudem hat das Schlagzeug einen massiven Schießbudenfaktor. Da wäre soundtechnisch noch ein wenig mehr drin gewesen. Dies fällt jedoch nur bei Trommelwirbeln und allgemein, wenn viel passiert, ins Gewicht. Im straighten Beat ist das kein Thema.

HARM (Copyright:)

HARM (Copyright: HARM)

Zum Ende hin fahren HARM noch einmal mit einer gehörigen Menge an Rock auf. In „Red Stone Souls“ nehmen sie ein lässiges Rockriff und lassen darunter eine Doublebass durchlaufen. Klingt ziemlich cool und passt zur ganzen Nummer. In „These Moments“ dagegen herrscht der totale Abriss durch schnelle Riffs, gepaart mit einem unfassbar schnellen Schlagzeug, die zusammen eine massive Soundwand bilden, vor. Doch immer und immer wieder kränkelt die Band an Durchhängern, die dem Hörer die Songs zwar selten, aber hier und da madig machen.

HARM bringen mit „October Fire“ dennoch viel gutes Death/Thrash-Material auf den Markt. Für Fans des Genres ist hier richtig viel dabei. Schnelle Schlagzeugparts, viel Riffing und eine grandios passende Stimme. Wer sich an den gelegentlichen Durchhängern und Soundmatsch nicht stört, sollte definitiv zugreifen, denn viel Energie haben die Jungs auf jeden Fall und transportieren können sie diese allemal.

Video

Trackliste

01 Devastator
02 Executioner
03 Trying To Grow Wings
04 October Fire
05 Kill The King
06 Shadow And The Slave
07 Red Stone Souls
08 In These Moments
09 Bad Omen

Details

HARM – Homepage
HARM – Facebook

Label: Battlegod Productions
Vö-Termin: 20.05.2016
Spielzeit: 40:45

Copyright Cover: Battlegod Productions

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Über den Autor

Marcus
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