Review

Instrumentaler Rock aus Hamburg, dafür stehen Halma dieses Jahr mit ihrem neuen Album „Granular“. Dabei lässt die Band es sich nicht nehmen, den einen oder anderen progressiven und atmosphärischen Part zum Besten zu geben. Zwar fährt die Platte insgesamt nur sechs Songs auf, dafür liegen alle jenseits der Fünf-Minuten-Grenze.

Sofort auffallen wird das leicht jazzige Drumming, welches das Konstrukt aus einem brummenden Bass und effektvollen Gitarren durchweg zusammenhält. Besonders was den Sound der Saiteninstrumente angeht, versprühen diese das Gefühl, wie beispielsweise im Song „Sediment“, eines leichten Western Flairs.

Während es Halma im Großteil der Songs ruhig angehen lassen, sticht besonders „Dirt Devils“ hervor. Die Rhythmen werden leicht angehoben und auch die Verzerrung der Instrumente nimmt zu. Dabei verstehen es Halma, das eine oder andere knackige Riff auszupacken. Außerdem sorgt der Bass hörbar für die Basis und verleiht den Titeln so mehr Boden, im Gegensatz zu dem Klimpern, was scheinbar durch den ganzen Raum zu fliegen scheint.

Auf „Granular“ begegnet man Momenten, in denen man versinkt oder wie im Falle von dem leicht psychedelischen „Crooning Dun“ aufsteht und die Arme in hypnotischen Schlangenbewegungen zum Beat mitschwingen lässt. Auf der anderen Seite räumen Halma nicht viel Spielraum für Songs ein, die auch nach mehrmaligem Hören im Ohr bleiben. Die Band sorgt mit ihrem Sound zwischendurch für Highlights, während er dazwischen an einem vorbeizugehen scheint.

Halma (Copyright: Halma)

Halma (Copyright: Halma)

Man muss an der Stelle immer selbst abschätzen, wie lang die eigene Aufmerksamkeitsspanne hält. Fakt ist jedoch, dass Halmas musikalische Ader ausgeprägt und die gute Produktion mit allerlei experimentellen Soundlandschaften beschmückt ist. Man merkt auch, dass sich die Truppe von den eingängigen Strukturen wegbewegen und wie mit „Riverbed“ einen viel zugänglicheren Titel erschaffen kann.

Nach mehreren Durchgängen weiß „Granular“ dann auch zu zünden, sobald man sich ein wenig mit dem Charakter der einzelnen Songs vertraut gemacht hat. Immerhin klingt keiner von ihnen unbedingt gleich.

Wenn Halma es mal wirklich wollen, dann kann man nicht anders, als mit Tracks wie „Mud Mound“ und ihren fesselnden Grooves mitzunicken. Andererseits rückt für den Hörer eine Menge der Musik in den Hintergrund. Im Großen und Ganzen aber dennoch ein solides Werk, in welches man sich erst mal hineinhören muss, bevor dann die musikalische Intention auf einen überspringt.

Anspieltipps:
Drit Devils / Riverbed / Crooning Dune

Video

Trackliste

01 Deep White
02 Sediment
03 Riverbed
04 Mud Mound
05 Dirt Devils
06 Crooning Dune

Details

Halma – Homepage
Halma – Facebook

Label: Kapitän Platte
Vö-Termin: 23.10.2015
Spielzeit: 40:49

Copyright Cover: Kapitän Platte



Über den Autor

Christopher