Review

Seit diesem Monat geht der Kampf gegen Michael Myers in die nächste Runde, denn „Halloween Kills“ startete – als mit Spannung erwarteter zweiter Teil der neuen „Halloween“-Trilogie – in den Kinos.

Die Musik zum Film

Der offizielle Soundtrack „Halloween Kills“ umfasst 20 Titel. Dabei versteht es John Carpenter in Kooperation mit seinem Sohn Cody Carpenter und Komponist Daniel Davies an die Erfolge des Originals aus dem Jahr 1978 anzuknüpfen und diese mit der Version aus 2018 zu verbinden. Die Essenz daraus findet sich auf dem vorliegenden OST, der mehr als gelungen ist.

Retro-Vibes gepaart mit digitaler Technologie, aber auch und besonders die Untermalung durch minimalistischen Sound führen den Hörer:innen einmal mehr vor Augen, wieso derlei Kompositionen (vor allem das „Halloween Main Theme“) bereits Kultstatus erlangt haben. Die eindringliche, simplifizierte und auf fünf Grundtöne reduzierte Tonabfolge erschafft sofort einen Wiedererkennungswert, der Zuhörer:innen und Zuschauer:innen umgehend in die Welt des Michael Myers zieht. Man hört die eingängigen Melodien und sieht sofort das gezückte Messer vor dem geistigen Auge.

Nur wenige Songs auf „Halloween Kills (OST)“ sind länger als zwei Minuten, aber sie wissen, gekonnt ineinanderzufließen.

Zudem reichen bereits wenige Sekunden eines Tracks aus, um den Puls nach oben zu treiben. Die Strukturen der Songs schaffen Atmosphäre und Spannung, welche sofort einen Bezug zu der Intention der einzelnen Szenen und Kapitel schaffen. Kurz gesagt: Allein beim Anhören der Titel bekommt man schon eine Idee vom Ablauf des Filmes als solches. Ein gutes Beispiel dafür ist „Rampage“, also der „Amoklauf“ als Thema. Musikalisch mehr elektronisch basierend, baut sich der Titel langsam, aber bedrohlich mit treibenden Beats auf, bleibt auf einem hohen Niveau, paart sich aber gleichzeitig mit Retro-Sounds und verblasst zum Ende.

v.l.n.r. John Carpenter, Cody Carpenter und Daniel Davies (Copyright: Sacred Bones Records)

Der längste Titel „It Needs To Die“ wechselt zwischen Minimalismus, Schlagkraft und Synthiesounds, lässt aber auch ein Piano einfließen.

Je näher man auf das Ende des Albums und somit auch gleichzeitig auf das Ende des Films zusteuert, je rockiger wird die Abfolge.

Und die betont gleichzeitig, dass bei „Halloween“ das Ende nie das Ende bleibt, weshalb der finale Song in einer progressiveren Version des namensgebenden Titels wiederholt wird.

Fazit

„Halloween Kills (OST)“ ist sicherlich nichts für schwache Nerven, aber das Album macht auf seine ganz eigene Art Lust auf mehr – und Lust auf den Film. Es lohnt sich, den Soundtrack zu hören, denn Carpenter ist zu Recht eine Ikone auf seinem Gebiet und erhält hier durch seine komponierenden Mitstreiter erfolgreich tatkräftige Unterstützung.


Halloween Kills: Ost

Video

Trailer zum Film

Teaser zum Soundtrack

Tracklist

01 Logos Kill
02 Halloween Kills (Main Title)
03 The Myer’s House
04 First Attack
05 Stand Off
06 Let It Burn
07 He Appears
08 From The Fire
09 Strodes At The Hospital
10 Cruel Intentions
11 Gather The Mob
12 Rampage
13 Frank And Laurie
14 Hallway Madness
15 It Needs To Die
16 Reflection
17 Unkillable
18 Payback
19 Michael’s Legend
20 Halloween Kills (End Titles)

Details

Label: Sacred Bones Records
Vö-Termin: 15.10.2021
Spielzeit: 44:13

Copyright Cover: Sacred Bones Records



Über den Autor

Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.