Review

Hämatom laden mit ihrem aktuellen Album zum „Maskenball“ ein.

Ein Jubiläumsalbum der besonderen Art

So in etwa verheißt es die Info:

Die vier mit den 15 Kerben auf der Brust feiern ihr Jubiläumsjahr – und das opulent, verdient und laut! Denn wenn einer weiß, wie man anständig feiert, dann sind es die maskierten Jubilare. Und so schenken sie sich und ihren Fans mit „Maskenball“ einen dem Anlass mehr als würdigen Release. […] Auf diesem verneigen sich Nord, Ost, Sued und West vor vier musikalischen Richtungen, vor eigenen Lieblingssongs und ‑bands, vor großartigen Gästen und alten Wegbegleitern aus den vergangenen 15 Jahren.

Das Ergebnis sind demnach 16 Tracks, die neben brandneuen Songs auch neue Versionen von alten Titeln sowie Coversongs enthalten. 

Die Songs

Zum Einstieg gibt es „Wir Sind Keine Band“ zu hören. Ein Song, der die 15-jährige Bandgeschichte perfekt beschreibt. Der Song hat den Charakter einer Hymne und animiert im Refrain zum Mitsingen, während ausgedehnte Instrumentalparts den Opener zusätzlich prägen.

Der Queen-Klassiker „I Want It All“ erklingt anschließend im gewohnten Hämatom-Stil. Bei diesem Track hat zudem Hansi Kürsch (Blind Guardian) gesanglich mitgewirkt, was dem Ganzen eine gewisse Power-Metal Note verpasst.

Ebenfalls ein Coversong im neuen Gewand ist „Da Da Da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha“, bei dem Alexander Wesselsky von Eisbrecher mitsingt. Es wird ein für Hämatom untypischer Synthesizer-Sound eingesetzt, um den 80er-Sound wiederzugeben.

Mit „Engel Lügen Doch“ zeigen Hämatom wieder einmal, dass sie nicht nur laut und hart können. So wird der Song mit Akustikgitarre und Klavier begleitet, während der Text zum Nachdenken anregt.

Folgesong „Anti Alles“ erinnert mit seinem Beginn schließlich an das Intro eines epischen Films. Opulenter, epischer Sound leitet den Track ein und wird auch im Refrain wieder aufgenommen. Hart und abgehackt klingt es dann in den Strophen.

Als weiteres Cover haben Hämatom „Stressed Out“ (im Original von Twenty One Pilots) mit ihrer eigenen Note versehen. Es ist allerdings sehr ungewohnt, Frontmann Süd rappen zu hören. Immerhin, er schlägt sich wacker.
Bei „Bleib in der Schule“ hört man Süd ebenfalls rappen. Das klingt in den Strophen allerdings zu aufgesetzt und will nicht ganz zum Song passen.

Eine wunderschöne Akustikversion von „Alte Liebe Rostet Nicht“ hat die Band zusammen mit Micha Rhein von In Extremo geschaffen. Der Song wird zu Beginn mit Klavier und Streichern begleitet. Er wirkt dadurch zerbrechlich und verursacht beim Hörer eine Gänsehaut. Die Stimme von Micha ist einmal mehr unverkennbar.

Den krassen Kontrast zum vorigen Track bietet „Scheiße Aber Glücklich“. Ein Mitgröl-Song, der ganz typisch für Hämatom ist.

Mit „Human“ hat sich ein weiterer Coversong eingeschlichen. Das Original (von Rag ’n‘ Bone Man) ist nur noch anhand des Textes zu erkennen; vielmehr verwandeln Hämatom den ursprünglich eher ruhigen Song in ein wahres Metal-Brett.

„Boom Boom Boom“ wird in den Strophen von Sprechgesang dominiert. Dieser ist nach wie vor sehr gewöhnungsbedürftig.

Im Anschluss gibt es „Teufelsweib“ in einer Akustikversion. Akustikgitarre und Streicher vermitteln in den Strophen das Gefühl eines tragischen Liebesliedes. Im Refrain nimmt der Song an Fahrt auf und klingt leicht nach einem Country-Song.

Hämatom (Copyright: Patrick Schneiderwind)

Wie ein Melodic Metal Track wirkt indes „Blut für Blut“. Dies ist dem ausladenden, melodischen Gitarren-Sound geschuldet. Im Text schwingt leichte Gesellschaftskritik mit und der Refrain verleitet durch den Chor zum Mitgrölen.

„Ser Na System“ haben Hämatom zusammen mit ihren Freunden von Dymytry aufgenommen. Dabei handelt es sich um eine abgeänderte Version von „Fick das System“.

Mit Streichern wird „Freiheit“ eingeleitet, eine Coverversion des Marius Müller-Westernhagen-Hits., der musikalisch sehr hymnisch aufgearbeitet wurde.

Den Abschluss es Albums bildet schließlich der Track „Unsterblichkeit“. Streicher und Bläser verleihen dem Titel einen melancholischen Touch. Ein episches Ende für das Jubiläumswerk.

Fazit

Mit „Maskenball“ präsentieren Hämatom ein würdiges Album zu ihrem 15-jährigen Jubiläum. Die Fans können sich 2020 auf die Live-Darbietung der neuen Songs freuen. Bis dahin sorgen auch die Coversongs, welche die Band mit ihrem eigenen Stil perfekt umgesetzt hat, für beste Unterhaltung.

 

Video

Tracklist

01 Wir Sind Keine Band
02 I Want It All
03 Da Da Da ich lieb dich nicht du liebst mich nicht aha aha aha (feat. Alex Wesselsky)
04 Engel Lügen Doch
05 Anti Alles
06 Stressed Out
07 Bleib in der Schule
08 Alte Liebe Rostet Nicht (Akustik Version feat. Micha Rhein)
09 Scheiße Aber Glücklich
10 Human
11 Boom Boom Boom
12 Teufelsweib (Akustik Version)
13 Blut für Blut
14 Ser Na System
15 Freiheit
16 Unsterblichkeit

Details

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Label: Sony Music
Vö-Termin: 30.08.2019
Spielzeit: 59:17

Copyright Cover: Sony Music



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem