Review

Hämatom veröffentlichten vergangenes Jahr ihr siebtes Studioalbum mit dem Titel „Maskenball“ und gingen damit auf gleichnamige Tour. Das Ganze fand seinen Höhepunkt in der spektakulären Geburtstagsshow im Amphitheater in Gelsenkirchen. Dort wurde die vorliegende Live-CD „Maskenball – Live“ aufgenommen.

Die Tracks

Bereits nach dem Opener „Anti Alles“, einer typischen Hymne für diejenigen, die sich nicht in Schubladen stecken lassen wollen, sind zu Beginn des Folgesongs „Mein Leben – Meine Regeln“ schon die tobenden Fans der Band zu hören. Jene werden von Frontmann Nord aufgefordert zu zeigen, wo der Rock ’n‘ Roll ist. Der Song steht dem Vorgänger an Härte und Schnelligkeit in nichts.

Der Gesang des Publikums ist zudem im Refrain des Titels „Wir sind keine Band“ immer wieder zu hören. Das ist dem Umstand zu verdanken, dass sich der Song vorzüglich zum Mitsingen und Abgehen eignet. Bemerkbar wird dies zudem zu Beginn der ersten Strophe. Während der Gesang nur von Bass und Drums begleitet wird, singen die Fans der Band schließlich eine Textzeile komplett alleine.

In „Ich hasse dich zu lieben“ bekommt Bandmitglied Ost sein Gitarrensolo zu Beginn des Titels. In den Refrains dürfen die Fans wieder ihre Gesangskünste unter Beweis stellen. Ein Gitarrensolo darf auch zwischendurch nicht fehlen.

Neben dem Publikumsliebling „Fick das System“ und dem zum Headbangen einladenden Song „Eva“ ist auch der Klassiker „Schau sie spielen Krieg“ ein fester Bestandteil der Setlist bei einem Hämatom-Konzert. Vor allem letztgenannter kommt live sehr viel härter rüber als noch als Studiofassung. Ein weiterer Unterschied ist, dass der Kindergesang in der Live-Version von einer Frauenstimme übernommen wurde. Dadurch fehlt hier leider der diesbezügliche „Niedlichkeitsfaktor“.

Nicht niedlich, aber lieblich ertönt dann „Lichterloh“ – und wird gleich zu Beginn von den Zuschauern mitgegrölt. Der Song wird mit einer Akustikgitarre begleitet. Im Hintergrund lässt sich ein Piano vermuten.

Das krasse Gegenteil bildet der Track „Mörder“. Harte Gitarrenriffs und Bassläufe leiten den Song ein. Stellenweise rückt die Gitarre jedoch zu sehr in den Hintergrund.

Das Marteria-Cover „Kids (2 Finger an den Kopf)“ hat es – neben „I Want It All“ als weiteren Coversong – ebenfalls auf die CD geschafft. Und dazu gibt es nur eines zu sagen: Die Hämatom-Version ist deutlich besser als das Original! In der Mitte des Songs stellt Drummer Süd sein Können in einem langen Solo unter Beweis.

Hämatom (Copyright: Hämatom)

Dass das Publikum auch den Titel „Alte Liebe rostet nicht“ liebt, ist während der Performance des Tracks, der mit dominantem Bass daherkommt, deutlich zu vernehmen. So wundert es nicht, dass es auch jener Song in die Setlist geschafft hat.

Ähnliches gilt für den hymnenartigen Titel „Wir sind Gott“, der die Hörer prompt in Erinnerungen an die dazugehörige damalige Tour erinnert. Der epische Sound lässt einen fast schon vor Ehrfurcht erstarren.

Das aus dem Jahr 2005 stammende Lied „Butzemann“, eingeleitet durch das gleichnamige bekannte Kinderlied, schließt „Maskenball – Live“. Sowohl stilistisch als auch instrumental ist der Track mit den neueren Songs nicht zu vergleichen und driftet somit gegen Ende der Show in die Vergangenheit der Band ab.

Fazit

Das Album fängt die Stimmung des Konzertes sehr gut ein. Die Hörer haben das Gefühl, als stünden sie selbst im Publikum.

Ein absolut gelungenes Konzert und somit eine schöne Live-CD, die einen Querschnitt von 15 Jahren Bandgeschichte musikalisch darbietet. Kein Zufall also, dass sich auf der Scheibe 15 Tracks befinden!?

Video

Tracklist

01 Anti Alles
02 Mein Leben – Meine Regeln
03 Wir sind keine Band
04 Ich hasse dich zu lieben
05 Fick das System
06 Schau sie spielen Krieg
07 Lichterloh
08 Mörder
09 Eva
10 Kids (2 Finger an den Kopf)
11 Lange nicht perfekt
12 I Want It All
13 Alte Liebe rostet nicht
14 Wir sind Gott
15 Butzemann

Details

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Label: Sony Music
Vö-Termin: 06.03.2020
Spielzeit: 62:11

Copyright Cover: Sony Music



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem