Review

„Like Somebody“, der Opener des Albums „Offline“ von den Guano Apes, wird ungewohnt nur von einem Bass eröffnet, in welchen dann Sandra Nasic mit den Lyrics quasi einfällt. Direkt danach setzt die komplette Instrumentierung ein und macht „Like Somebody“ zu einem durchaus gelungenen Rocksong mit Ecken und Kanten.
Die Guano Apes zeigen bereits mit diesem Opener deutlich, dass sie sich nicht gänzlich dem Pop verschrieben haben und durchaus noch ihr eigenes Ding machen wollen und vor allem können.

Im Anschluss knallt die Single „Close to the Sun“ ruppig aus den Boxen. Diese erste Singleauskopplung schafft den Spagat zwischen klassischem, rauen Guano Apes Sound und Charttauglichkeit sehr gut, denn trotz der eingängigen Melodie und der Tatsache, dass diese Nummer sich quasi sofort als Ohrwurm im Kopf festsetzt, besitzt sie zudem eine durchaus amtliche Härte und etliche, fast schon unrhythmische Passagen, die dafür sorgen, dass dieses Stück nicht zu glatt herüberkommt und auch nach mehreren Durchläufen nicht langweilig wird.

„Numen“ hingegen ist der ultimative Beweis dafür, dass die Guano Apes letztendlich auch nur ein Unternehmen sind und Geld verdienen wollen. Daher ist dieser Track bis auf ein paar wenige Momente insgesamt aalglatt und ein typischer Pop-Rock Song, der auch von jeder anderen Band hätte stammen können.
Lediglich die unverwechselbare Stimme von Sandra Nasic sorgt für den Wiedererkennungswert. Dabei ist „Numen“ keinesfalls wirklich schlecht, aber eben auch nicht unbedingt etwas Besonderes.

Guano Apes (Copyright: Guano Apes)

Guano Apes (Copyright: Guano Apes)

Sehr gelungen hingegen ist „Cried all out“. Diese Nummer ist zwar im Kern als Ballade angelegt, wurde aber nach typischer Guano Apes Art amtlich gepimpt, wodurch ein zwar ruhiger, aber keinesfalls braver oder langweiliger Titel entstanden ist, der durch etliche Geschwindigkeits- und Rhythmuswechsel für Abwechslung sorgt und auf ganzer Linie überzeugt. Ein ziemliches Highlight auf dieser Scheibe.

Insgesamt beinhaltet „Offline“ durchaus einige Highlights, viele Songs klingen aber zu ähnlich. Es kommt zwar nicht wirklich Langeweile auf, aber dieses Album plätschert oft eher so dahin und es fehlt an Highlights, die akustisch herausstechen.
Überraschenderweise gibt es auf diesem Album sehr wenige „typische“ Pop-Rock Nummern, wie sie uns dauernd im Radio oder über andere Medien vorgedudelt werden; die Guano Apes haben durchaus ihren eigenen Stil beibehalten.

Video

Tracklist

01 Like Somebody
02 Close to the Sun
03 Hey last Beautiful
04 Numen
05 Cried all out
06 It’s not over
07 Water Wars
08 Fake
09 Jiggle
10 The long Waz Home

Details

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Label: Sony Music
Veröffentlichung: 30.05.2014
Spielzeit: 39:00 Minuten

Copyright Cover: Sony Music

 



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.