Review

GrooVenoM – die Jungs spielen mit ihrem „Traitor to the Scene“-Image wie kaum eine andere Band. Genau das macht sie so sympathisch. „Modern Death Pop“ heißt ihr zweites Album, das nun, nur ein Jahr nach ihrem grandiosen Erstling „Pink Lion“, erscheint.

Einem Mix aus Deathcore und Electro sollte man natürlich nicht abgeneigt sein. Und auch, wenn es mittlerweile zahlreiche Bands gibt, die diese Stilrichtungen vermischen, machen GrooVenoM auf ihre eigene Art sowie durch ihr gutes Songwriting am meisten Spaß.

Gleichsam, wie sie der Szene ins Gesicht lachen, meinen sie ihr Tun aber auch durchaus ernst. Bereits mit dem Opener „The King is Dead“ zeigen sie schon sehr gut, wo die musikalische Reise hingeht. Techno trifft Breakdown oder Scooter trifft Emmure.

Der Mann am Mikro, Mr. Sanz, brüllt, screamt, singt und rappt hier, wie es ihm gerade passt. Ebenso merkt man schnell, dass die Jungs ihr Handwerk verstehen, sodass die Songarrangements sehr kreativ ausfallen. Manche Titel weisen zudem melancholische Metalcore-Züge auf, die mit dem restlichen Liedgerüst gut harmonieren.

Insgesamt lassen sich auf „Modern Death Pop“ zahlreiche Beispiele für die vielen Facetten der Band finden. So ist der „Pu$$y Dance“ ordentlich tanzbar und lädt mit seinen 2-Step-Einheiten, einer modernen Metal-Prägung und Breakdowns zum Abgehen ein. „Proud 2B Loud“ ist hingegen eine grandiose Nu Metal-Nummer und „Not Another Transcore Band“ klingt fast schon nach den Emil Bulls.

Abwechslungsreich sind GrooVenoM also, doch leiden fast alle Songs an einem Problem – der Wiederholung des immer gleichen Songaufbaus: Party People-Part, Gefühlsteil zum Mitsingen, um dann mit einem ultrabrutalen Breakdown den Sack zuzumachen. Das macht mal Spaß, jedoch nicht auf Albumlänge. Die Vorteile: Einfach, aber effektiv und die Songs bleiben im Kopf.

„Hallo Welt“ bildet diesbezüglich eine Ausnahme. Er wirkt deutlich seriöser als die anderen Tracks, während die Härte der Band hier sehr gut zur Geltung kommt. Mehr davon und „Modern Death Pop“ hätte weitere Pluspunkte sammeln können.

GrooVenoM (Copyright: GrooVenoM)

Was uneingeschränkt überzeugt, ist der Sound der Platte. Auf Metal-Ebene überzeugen die harten Parts mit ordentlichem Druck, die Electropassagen klingen gewollt schrill. So muss das und da gibt es auch nichts zu meckern.

GrooVenoM sind in vielen Bereichen unkonventionell und könnten dadurch eine große Hörerschaft ansprechen. Sicherlich kann man der Band ihre wenig variablen Songschemata vorhalten, dies ändert aber nichts an der Tatsache, dass sich GrooVenoM aus guten Musikern zusammensetzen. Solche Ausreißer braucht das Land, und wenn sie bis zum nächsten Album die bereits vorhandenen guten Ideen noch mehr verfeinern, sollte ihrer Karriere nichts im Weg stehen.

Video

Trackliste

01 The King Is Dead
02 Stay Awesome!
03 Pu$$y Dance
04 FCK MTL
05 Proud 2B Loud
06 Final Girl
07 Brutal Party Massacre
08 Shut The F#ck App
09 Hallo Welt
10 Libido
11 We Are Legend
12 Not Another Trancecore Band

Details

Groovenom – Homepage
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Label: Noizgate Records
Vö-Termin: 16.12.2016
Spielzeit: 44:55

Copyright Cover: Noizgate Records



Über den Autor

Marcus
Marcus