Review

Sie sehen aus, als ob sie gerade eben noch die Schulbank gedrückt oder zumindest die Uni besucht haben, und hören sich dennoch an wie ganz alte Hasen des Musikgeschäfts.
Die Rede ist von der Band Grey Monday aus der Schweiz, die mit „Monster Mind“ ihr zweites Album präsentiert.

Die darauf enthaltenen 13 Titel gestalten Grey Monday sehr abwechslungsreich, was nicht zuletzt ihrer stilistischen Ausrichtung verschuldet ist. Denn ihren Basis bildenden Heavy Rock garnieren die Jungs und das Mädel mit unterschiedlichen Elementen des Grunge, Alternative und sogar Stoner Rock.
Letztgenannten hört man des Öfteren an den absichtlich blechernen Drums und den rauen Gesangseinlagen heraus. Zudem wechseln sich sleaze-rockige Passagen sowohl mit tragenden als auch mit schnellen energiegeladenen Melodien ab.

Und so hält man sich auch gar nicht lange mit dem Intro „Final Bet“ auf, sondern kommt mit dem eigentlichen ersten Track „Russian Roulette“ gleich zur Sache.
Temporeich liefert man damit einen Titel ab, der zwar in der Bandgeschichte nicht ganz neu, dafür aber live erprobt ist und dadurch seinen Weg auf den Silberling gefunden hat.

Insgesamt bestehen die 13 Titel aus brandneuen und älteren, bisher unveröffentlichten Songs, die auf der Bühne jedoch ihre Albumtauglichkeit unter Beweis stellen mussten und nun auf „Monster Mind“ gepresst wurden. Fans der Band, die schon auf Konzerten der Schweizer zugegen waren, werden den einen oder anderen Titel somit eventuell wiedererkennen.

Grey Monday (Copyright: Grey Monday)

Grey Monday (Copyright: Grey Monday)

Überraschenderweise ist es aber nicht der typische Heavy Rock amerikanischer Prägung, der mich von der ersten Sekunde an auf „Monster Mind“ geflasht hat. Vielmehr bewirkte dies die Ballade „Stormy River“, die die Stärke des Quintetts verdeutlicht, indem eine schöne Melodie mit ihrer handwerklich fabelhaften Instrumentierung und dem passenden Gesang ein stimmiges Gesamtbild ergibt, das zu berühren versteht. Und das soll Musik ja schließlich.

Leider gelingt dies aber nicht immer, denn zu oft wirken die Tracks auf „Monster Mind“ zu glatt und berechnend.
Obwohl (oder gerade weil) die Songs einwandfrei produziert und arrangiert sind, teilweise auch Akzente bergen, fehlen alles in allem mehr Ecken und Kanten, die immer wieder durch die Stimme Patrik Pfisters durchschimmern, songwriterisch aber nicht oder nur selten aufgegriffen werden.

Damit bleibt „Monster Mind“ zeitweilig hinter dem Potenzial der Band Grey Monday zurück. Legt man allerdings zukünftig verstärkt das Augenmerk auf diese kleine Kritik, steht dem nächsten Album eine noch bessere Bewertung zu.

Video

Tracklist

01 Final Bet (Intro)
02 Russian Roulette
03 Wooden Monster
04 Stress
05 Stormy River
06 Impression Betrayed
07 On The Rocks
08 Dirty Thoughts
09 Need
10 Love Kills Slowly
11 Global Eyes
12 Nature`s Wayward Child
13 Feed It

Details

Grey Monday – Homepage
Grey Monday – Facebook
Grey Monday – YouTube

Label: Housemaster Records
Vö-Datum: 16.06.2014
Spielzeit: 48:06 Minuten

Copyright Cover: Grey Monday



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde