Review

Praktischerweise heißt der Opener der neuen Scheibe von Grave Digger genau so wie das Album selbst, nämlich „Return of the Reaper“. Dem Thema entsprechend beinhaltet dieses Intro neben atmosphärischen Klängen nur einen Song, nämlich den „Marche Funèbre“ von Frédéric Chopin. In dieses wohl weltbekannte Stück brechen dann kurz vor dem Ende dieses knapp 40-sekündigen Vorspiels jäh harte und brachiale Sounds und Kenner wissen sofort: Grave Digger sind wieder da!

So ruhig dieses Album begonnen hat, so hart geht es weiter: „Hell Funeral“ gibt Vollgas und knallt vom Start weg unglaublich druckvoll aus den Boxen. Der Refrain ist eingängig und kann bereits beim ersten Durchlauf lauthals mitgebrüllt werden. Die Nackenmuskeln werden bei „Hell Funeral“ ohne Aufwärmen direkt bis an die Grenzen belastet, denn man kann nicht anders, als direkt mitzubangen.

Noch eine Spur härter geht es beim nun folgenden „Wargod“ weiter. Bereits zu Anfang überzeugt diese Nummer durch geniale Drum- und Gitarrenparts. Abgesehen von einem weiteren Refrain, der sofort im Ohr hängen bleibt, sind es die vielen perfekt inszenierten instrumentalen Momente, die diesen Song ausmachen. Man kann sich dann voll und ganz dem exzessiven Ausrasten hingeben und muss sich nicht noch zusätzlich auf einen Text konzentrieren.

Deutlich langsamer klingt „Season of the Wirtch“. Dieser Track stampft gemächlich aus den Boxen, wobei insbesondere die Drums im Vordergrund stehen und das Geschehen dominieren. Ein Refrain, der vor allem live irrsinnig gut wirken könnte, rundet das Ganze ab. Die Übergänge zwischen den langsamen Parts mit eher sparsamer Instrumentalisierung und dem opulenten Refrain sind wahrlich bemerkenswert. Als kleinen Bonus gibt es noch ein chorales Intermezzo in der zweiten Hälfte des Songs.

„Satan’s Host“. Bei diesem Song lacht sogar der Teufel persönlich. Zumindest am Anfang und nur ganz kurz, denn dann legen Grave Digger los und knallen ihren Hörern mit hoher Geschwindigkeit diesen Titel um die Ohren. Abermals ist man quasi automatisch gezwungen, sämtliche Extremitäten im Takt zu schütteln.

Grave Digger (Copyright: Grave Digger)

Grave Digger (Copyright: Grave Digger)

„Nothing to believe“, so der Name des letzten Titels von „Return of the Reaper“, startet mit einem langen und geradezu romantischen Intro, welches alleine vom Klavier bestritten wird. In diese wunderbare Stimmung brechen erst der Gesang und anschließend die gesamte Härte der Band ein. Was bleibt, ist eine Rockballade, die trotzdem einiges an Drive vorweisen kann. Ein wunderbarer
Rausschmeißer für dieses Album.

Was bleibt abschließend zu sagen? Grave Digger melden sich in alter Form zurück! „Return of the Reaper“ klingt genauso, wie es die Fans der Band erwarten und auch für Freunde des Genres lässt dieses Album im Grunde keine Wünsche offen. Da bleibt nur noch eines: In die Lederklamotten gehüpft, für heisere Stimme gesorgt und anschließend die drei As: Album amtlich abfeiern!

Video

Tracklist

01 Return of the Reaper
02 Hell Funeral
03 Wargod
04 Tattoed Rider
05 Ressurection Day
06 Season of the Witch
07 Road Rage Killer
08 Grave Descractor
09 Satan’s Host
10 Dia de los Muertos
11 Death smiles at all of us
12 Nothing to believe

Details

Grave Digger – Homepage
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Label: Napalm Records
Vö-Termin: 11.07.2014
Spielzeit: 44:00

Copyright Cover: Napalm Records

 



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.