Review

Goodbye Fairground ist eine Band, die mit ihrem punklastigen Sound stets viel Freude aufkommen lässt; vor allem weil sich ihre Songs immer sehr zugänglich gestalten und die Band selbst gut in Fahrt kommen kann. „I Don’t Belong Here Anymore“ bildet diesbezüglich keine Ausnahme, obwohl es sich dabei um eine Platte handelt, mit der man sich durchaus mehrfach beschäftigen muss.

Die Produktion hingegen ist mehr als nur gelungen. Alles klingt sehr klar und zeigt gleichsam, wie gut Goodbye Fairground aufeinander eingespielt sind.

Dies spiegelt sich auch im Songwriting wider. Man kann der Band nie vorwerfen, sich (die Songaufbauten betreffend) auf einseitiges Terrain zu begeben.
Als eigenes Markenzeichen steht natürlich wieder die heisere Mischung aus Gesang und Gebrüll, die stets einen starken Kontrast zum instrumentalen Rest bildet. Für den einen oder anderen Neuling mag dies zunächst etwas ungewohnt klingen, aber es endet in der Regel immer damit, dass dies ein Stilmittel ist, welches unharmonisch harmoniert.

Dennoch sollte man sich für „I Don’t Belong Here Anymore“ Zeit nehmen – so zugänglich es auch sein mag. Beim ersten Durchlauf ist es nämlich schwer, catchige Ohrwürmer auszumachen, denn an prägnanten Elementen (wie z.B. im Song „Western Gold“ des Vorgängers, welcher den Hörer schon mit dem ersten Riff komplett in seinen Bann gezogen hat) mangelt es hier.

Goodbye Fairground haben sicherlich ein paar gute Ideen am Start. Trotzdem hat man bei den ersten Songs das Gefühl, alles würde in diesem immer gleichen Punk-Rhythmus untergehen. Nur gelegentlich sticht beispielsweise ein Riff hervor, das mitreißt. Die Hooks erscheinen sehr gezwungen, und auch wenn man noch so viele Gang-Vocals draufhaut, werden sie dadurch nicht wirklich interessanter. An verschiedenen Stellen fehlt der Truppe auch der Biss, mal so richtig hemmungslos durchzustarten.
Jedoch ist anzunehmen, dass ein Großteil der Titel wie „Wilhelm II“ oder „Rocinante“ viele Hörer erreichen werden, da Goodbye Fairground nun mal das Talent besitzen, immer mit ihren Hörern auf einer Ebene zu agieren.

Goodbye Fairground (Copyright: Fabian Hoffmann)

Goodbye Fairground (Copyright: Fabian Hoffmann)

„MacGuffin“ wird die Platte jedoch auf eine neue Ebene heben. Der leichte Old School Einfluss (dazu gehört der etwas gefasstere Gesang sowie ein leichter Hang zum Post-Punk) lassen diesen Song zu einem Highlight werden. Die Lyrics sind mitunter die besten auf dem gesamten Album und oben drauf gibt es noch eine weibliche Stimme zur Unterstützung.

Es ist vielleicht ein wenig hart, die aktuelle Platte mit dem vorherigen Werk „I Started With The Best Intentions“ zu vergleichen, aber am Ende bleibt „I Don’t Belong Here Anymore“ sehr unspektakulär. Natürlich ist eine deutliche Entwicklung zu sehen, welche besonders Fans ansprechen wird. Daher dürfen jene unserer Wertung gerne noch einen Punkt hinzufügen, denn „I Don’t Belong Here Anymore“ ist definitiv ein gutes Album, allerdings eben auch sehr vorhersehbar und vielleicht ein wenig zu stark konzipiert.

Video

Trackliste

01 The Egyptian Plover
02 Wilhelm II
03 Leaving The Green House
04 Victims Of Thee Third World War
05 Don’t Waste Your Time On Me
06 Rational Dreams
07 Rocinante
08 I Don’t Belong Here Anymore
09 MacGuffin
10 Death Of A Contortionist
11 Fruit Flies

Details

Goodbye Fairground – Homepage
Goodbye Fairground – Facebook

Label: This Charming Man Records
Vö-Termin: 21.10.2016
Spielzeit: 34:41

Copyright Cover: This Charming Man Records



Über den Autor

Christopher