Review

„Why The Hell Do We Do This? – Well, It’s Fun, That’s Why!“

So steht es im übersichtlichen Booklet der 6-Track EP „Whatever We Want“ von den Saarländer Thrash Metallern Godslave geschrieben und gemäß des Titels und der einführenden Worte weicht die Band, um die Wartezeit auf das 2016 erscheinende nächste Album zu verkürzen, von ihren thrashigen Pfaden kurzfristig ab, um genau das zu tun, „whatever they want“. Und das bedeutet in diesem Fall: das Covern von Stücken der Band Status Quo.

Dabei fielen den Mannen die sechs Songs „Caroline“, „Little Lady“, „Is There A Better Way“, „Oh Baby“, „Too Far Gone“ und „Down Down“ zum ‚Opfer‘; sowohl Klassiker als auch Titel, die eher nur eingefleischten Status Quo Hörern umgehend etwas sagen werden.
Mal halten sich Godslave dabei nah am Original, ohne jedoch zu versäumen, den Tracks ihre eigene Note zu verpassen, mal treibt sie die Spielfreude der alten Titel derart an, dass sie sich in dem 70er Boogie Blues und Rock verlieren und nur noch am Rande erahnbar ist, wer hier die Finger an den Griffbrettern, den Sticks und dem Mikro hat.

Den Einstieg in die Status Quo Tribut-EP machen Godslave den Hörern äußerst leicht. Der Song „Caroline“ dürfte jedem im Ohr sein und besticht mit eingängiger Melodie. Auch in der Fassung der Saarländer büßt „Caroline“ an seinen positiven Eigenschaften und seiner Energie nichts ein. Die Gitarren klingen jedoch noch prägnanter und natürlich ein wenig moderner, der Gesang rauer und insgesamt scheint es, als besäße der Track in neuem Godslave-Gewand noch mehr Drive und Groove. Eine mehr als gelungene Wiederbelebung eines Klassikers.

Auf gleiche Weise schließt man die EP „Whatever We Want“, denn als Rauswurf entschied man sich für den nicht minder bekannten Track „Down Down“. Auch hier greift die Thrash-Blues-Rock-Kombination, die dem Lied deutlichere energetische Momente verleiht. Jene Mixtur sorgt jedoch gleichzeitig dafür, dass die EP insgesamt nur wenig Raum für Abwechslung lässt. Konsequent zieht man das einmal begonnene Konzept auch bis zum Schluss durch und blickt dabei nicht häufig in Richtung stilistische Modifikation oder ‚gen Ideenreichtum.

Godslave (Copyright: Godslave)

Godslave (Copyright: Godslave)

Den meisten Titeln wurde allerdings – im Vergleich zu den Ursprungssongs – ein wenig mehr Tempo verliehen, so scheint es zumindest, denn wie im Nu ist die EP „Whatever We Want“ auch schon am Ende angekommen. Mit schnellen Riffs und einem gewissen zusätzlichen Grad an Härte, der den Originalen in dieser Form nicht eigen war, huldigt man einer Band insgesamt auf angemessene Art und Weise. Die Spielfreude, die Godslave dabei scheinbar hatten, ist nicht nur jedem Ton auf „Whatever We Want“ anzuhören, sondern trägt auch zum stets präsenten Groove der EP bei.

Hin und wieder eine kleine Variation abseits des gefahrenen Thrash-Blues-Rock-Gemischs wäre wünschenswert gewesen, um dem Rundling letztlich noch ein wenig mehr Abwechslung zu bescheren und ihn nicht im Gleichklang verkommen zu lassen, davon abgesehen eine saubere Leistung, mit der auch Status Quo zufrieden leben können und die den Godslave Fans als solide Zeitüberbrückung dienen kann.

Trailer

Tracklist

01 Caroline
02 Little Lady
03 Is There A Better Way
04 Oh Baby
05 Too Far Gone
06 Down Down

Details

Godslave – Homepage
Godslave – Facebook
Godslave – Twitter

Label: Green Zone Music / H’art
Vö-Termin: 25.09.2015
Spielzeit: 23:03

Copyright Cover: Green Zone Music



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde