Review

Rockiger Stoner aus München!
Godsground machen auf ihrer EP „Mosquitoes“ auf dicke Hose. Im großen amerikanischen Stil vereinen sie fetten Rock mit Stoner-Elementen sowie einer gehörigen Packung Progressivität, die sich allerdings nur ab und an mal äußert.
Sechs Songs, die euch vielleicht gefallen könnten? Definitiv!

Godsground haben zuallererst einen extrem lässigen Flow in ihren Songs. „Dark Memo“ kommt zwar sehr düster daher, verkörpert aber genau dieses entspannte „in den Sitz gedrückt Werden“, was die Band ausstrahlt.
Der Gesang trägt sehr viel dazu bei; rauchig, wenn man es benötigt und nebenher engelsgleich, aber immer satt und kraftvoll.

Anfänglich denkt man an Größen wie Foo Fighters. Schnell dreht sich das aber in Richtung Audioslave, was auch an der Stimme liegen kann. Soundgarden und Alice In Chains lassen ebenfalls grüßen. Der besagte progressive Touch kommt in leicht melancholischen Tool-Parts oder sludgigen Kyuss-Fragmenten zum Ausdruck. Der Musikgeschmack der Band ist damit sehr breit gefächert und ergibt eine explosive Mischung.

Die Marschrichtung auf „Mosquitoes“ geht ganz klar zu gitarrenlastigen Tracks. Eine fette Produktion, die nicht nach Alter Bridge klingt, sondern eher Raum für Spielereien à la Foo Fighters lässt, rahmt das Ganze ein.
Bezogen auf die Spielereien sollte man den Drummer hervorheben, der gerade mit seiner Beckenarbeit noch einmal einen draufsetzen kann. Die Songs gewinnen dadurch an Abwechslung und noch viel besser ist sein Drang nach Härte. Viele Bassschläge und saftige Becken sind sein Markenzeichen.

„Into the Sun“ steht vollkommen im Zeichen des Post Rock, was sehr gefällt. Diese leicht verträumte Aura umgibt den gesamten Track. Eine starke Rockballade.
Im Gegensatz dazu muss man den Titel „Marilyn“ hören, der eher die Rock’n’Roll-Schiene fährt. Die eingesetzten Riffs gehen gut ins Ohr und lassen die Nackenmuskulatur arbeiten. Ab der Hälfte gibt es sogar noch einen metalischen Groove-Part, der aus dem Nichts brachial hervorkommt.

Als hätten wir jetzt nicht schon genug Parallelen zu großen Bands aufgezeigt, wird in „Planet Lie“ dann auch noch ein wenig Metallica auf den Teller geworfen. Die Nummer geht gut nach vorne und sollte den einen oder anderen Circle Pit in der Menge starten. Wahnsinn, was die Jungs so alles kombinieren. Man würde aber nie auf die Idee kommen, sie einen billigen Abklatsch zu nennen. Dafür haben Godsground ihren eigenen Stil schon gefunden und klingen auch entsprechend. Hier wird nichts versucht, sondern gekonnt agiert. So hat der aufmerksame Hörer zu keiner Zeit das Gefühl, einen Durchhänger zu erleiden. Die Platte schießt nur so voraus.

Godsground (Copyright: Godsground)

Godsground (Copyright: Godsground)

Einziger Wermutstropfen, der sich etwas herauskristallisiert, ist die Stimme, die selten mal etwas schwach klingt. Ebenso wirken manche Gesangslinien nicht so ganz richtig. Im Gesamtkontext fällt das aber erst nach mehrmaligem Hören etwas ins Gewicht. 

Godsground machen davon abgesehen alles richtig. Ihre EP „Mosquitoes“ ist auf dem Niveau eines vollwertigen Albums. Sie wissen, was sie tun und spielen schon lange nicht mehr nur um den heißen Brei herum. Ihr massiver Stilmix zahlt sich aus. Er ist wirklich gut ausbalanciert, weshalb für jeden Rockfan hier etwas zu finden sein sollte. Da kann man sich nur noch auf ein baldiges neues Album freuen.

Video

Trackliste

01 188
02 Dark Memo
03 Into the Sun
04 Marilyn
05 Planet Lie
06 Curve the Line

Details

Godsground – Homepage
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Godsground – Twitter

Label: self-released
Vö-Termin: 20.09.2014
Spielzeit: 31:33

Copyright Cover: Godsground



Über den Autor

Marcus
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