Review

Mit „Space 1992: Rise of the Chaos Wizards“ erscheint dieser Tage der zweite Longplayer der Metal-Formation Gloryhammer und führt die Saga um den Helden Angus McFife und den bösen Zauberer Zargothrax fort. Der eigentlichen Fantasy-Story wird diesmal noch eine gehörige Note Science-Fiction verpasst.

Mit ihrem Debütalbum „Tales from the Kingdom of Fife“ erregten Gloryhammer vor zwei Jahren sowohl musikalisch, als auch aufgrund der – nennen wir es mal – eigenwilligen Präsentation einige Aufmerksamkeit. Die Freude und auch die Erwartungshaltung auf die neue Scheibe waren zumindest bei mir entsprechend hoch.

Das schon fast cineastisch-pompöse, im klassischen Gewand erklingende Intro „Infernus Ad Astra“ leitet direkt in den ersten richtigen Song „Rise of the Chaos Wizards“ über, einer echten Power Metal-Granate. Es wird ordentlich Gas gegeben – Powerdrumming nonstop – die Gesangsmelodie weiß zu gefallen und der Refrain setzt sich bereits beim ersten Durchlauf unweigerlich im Gehörgang fest. Dazu so kleine, aber feine Zutaten wie klassischer Chor oder eine gesprochene Zwischenpassage und der Einstieg ist rundum gelungen.

Doch damit haben Gloryhammer ihr Pulver noch lange nicht verschossen, denn auf gleichem Niveau geht es Schlag auf Schlag weiter.

„Legend of the Astral Hammer“ wird von galoppierenden Gitarren und fanfarenartigen Keyboard-Klängen dominiert. Auch hier überzeugt der eindringliche, mehrstimmige Refrain und entwickelt eine unwiderstehliche Sogwirkung. Die wunderschöne Melodie zum Ausklang setzt dem Song quasi das Sahnehäubchen auf.

Mit „Goblin King of the Darkstorm Galaxy“ folgt dann bereits Ohrwurm Nummer 3. Das Gitarrenspiel, kombiniert mit den sinfonischen Arrangements und der Gesangslinie, erinnert stark an frühe Rhapsody of Fire-Titel. Nichtsdestotrotz kann auch dieser Song restlos begeistern und verleitet zum permanenten Mitbangen.

„The Hollywood Hootsman“ kommt etwas härter und straighter daher. Als Special wird diesmal der Refrain mit Band-Shouts dargeboten.

Ein wenig aus der Reihe fällt „Universe on Fire“, ein von Electro-Beats getriebener Up-Tempo-Song. Von der Struktur recht simpel gehalten, wirkt er trotzdem im Gesamtkontext des Albums nicht als Fremdkörper und macht einfach nur Spaß.

Mit „Heroes (of Dundee)“ und „Apocalypse 1992“ befinden sich außerdem zwei Songs auf dem Album, die die typischen Songstrukturen ein wenig aufbrechen und mit Melodie- und Tempowechsel sowie einigen Breaks aufwarten und damit zusätzlich für Abwechslung sorgen.

Was Gloryhammer auf ihrem neuen Album abliefern, ist musikalisch gesehen vom Allerfeinsten. Sämtliche Songs können ausnahmslos begeistern. Diese überzeugen mit starken Ohrwurm-Melodien und ihren jeweiligen individuellen Highlights. Das Tempo wird meist hochgehalten, die Soli sitzen und die Songs wirken – trotz der zahlreichen sinfonischen Arrangements – zu keinem Zeitpunkt überladen.

Gloryhammer (Copyright: Robert Zembrzycki)

Gloryhammer (Copyright: Robert Zembrzycki)

Natürlich erfinden Gloryhammer den Power Metal nicht neu. Dafür legen sie jedoch eine ungemeine Spielfreude an den Tag, der sich der Zuhörer einfach nicht entziehen kann – und sicherlich auch nicht will. Wenn man überhaupt den Ansatz einer Kritik zulassen möchte, kann man an vielen Stellen – musikalisch wie auch die Songtitel betreffend – sicherlich Anleihen an die ersten Alben von Rhapsody of Fire erkennen. Diese möchten Gloryhammer aber als Referenz an ihre musikalischen Vorbilder und nicht als Kopie verstanden wissen.

Somit ist „Space 1992: Rise of the Chaos Wizards“ für alle Hörer, die auf melodischen Metal stehen (und diesen nicht immer ganz so ernst nehmen), nur wärmstens zu empfehlen. Ein ganz klarer Anwärter für das Melodic Power Metal Album des Jahres!

Video

Tracklist

01 Infernus Ad Astra
02 Rise of the Chaos Wizards
03 Legend of the Astral Hammer
04 Goblin King of the Darkstorm Galaxy
05 The Hollywood Hootsman
06 Victorious Eagle Warfare
07 Questlords of Inverness Ride to the Galactic…
08 Universe on Fire
09 Heroes (of Dundee)
10 Apocalypse 1992

Details

Gloryhammer – Homepage
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Gloryhammer – Twitter

Label: Napalm Records
Vö-Termin: 25.09.2015
Spielzeit: 52:47

Copyright Cover: Napalm Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde