Review

Hinter dem Projekt Glitter Wasteland steckt die Musikerin Siri Jantey, die nach der Veröffentlichung ihrer Single „Cold War“ nun eine EP hinterher schickt. Unter dem schlichten Namen „EP1“ werden fünf Popsongs in ein düsteres Thema verpackt; obendrauf gibt es noch zwei Remix-Versionen von IAMX und Popshop.

Seicht segelt Glittert Wasteland über die Wellen der melodischsten Synthis. Dazu gesellen sich ein paar gut pumpende Drums. Insgesamt wirkt die Produktion der EP nie allzu weichgespült, obgleich der Fokus deutlich auf dem Pop liegt.

Die Hooks sollen dementsprechend ordentlich ins Ohr gehen und der Sound allgemein sehr ansprechend gestaltet sein. „Cold War“ bestätigt dies bereits. Die leichte Retro-Note des Songs steuert diesbezüglich auf jeden Fall eine Menge bei, besonders durch die künstlichen Drums. Hinzu kommt noch ein eingängiger Refrain und man erhält einen durchaus soliden Popsong.

Mehr Substanz gibt es im darauffolgenden „Dark Skies“. Natürlich behält man die eigentlichen Intentionen bei, verleiht dem Titel aber durch Gitarre und Bass viel mehr Leben. Zwischendurch gibt es eine abgedrehte Synthi-Einlage, die zu unterhalten versteht. Von der Struktur her ähnelt der Refrain allerdings jenem aus „Cold War“.

Auch „Rise And Fall“ verziert seinen Beat mit Gitarren-Samples und macht überhaupt einen viel fröhlicheren Eindruck, obwohl die Thematik auf „EP1“ generell sehr drückend ist. Der Einsatz der gepitchten Vocals ergänzt den Titel um ein weiteres interessantes Stilmittel.

Grundelement des Ganzen ist natürlich Siri Janteys Gesang. Anstatt immer auf einer Klangfarbe zu beharren, wird auf „EP1“ viel mit der Stimme gearbeitet und variiert. Hier wird die melancholische Stimmung gut auf den Sound übertragen, ohne das ansprechende Bild aus den Augen zu lassen. Es ist eben ein Organ, auf welches viele Ohren auf Anhieb anspringen sollten.

Glitter Wasteland (Copyright: Glitter Wasteland)

Glitter Wasteland (Copyright: Glitter Wasteland)

Zum Schluss führt „Open Space“ leider buchstäblich ins Leere, da hier ein wenig zu viel auf Atmosphäre Wert gelegt wird. Auch erscheint der Titel im Vergleich zu den vorherigen Songs sehr generisch und ohne nennenswerte Überraschungen.

Anders die Remixe. Der Remix von IAMX ist eine Mischung aus verschiedenen elektronischen Einflüssen, die den Song „Don’t Let Go“ etwas aufpeppen.
PopShop hingegen haben „Cold War“ etwas beschleunigt, hämmernde Beats darunter gelegt und dem Titel etwas von seinem Vintage-Sound genommen.

Alles in allem bietet Glitter Wasteland im Pop nichts Neues. Oft könnte man meinen, jeden Song in einer anderen Art und Weise schon einmal gehört zu haben. Auch lyrisch ist „EP1“ keine Offenbarung. Dennoch lässt sich der Silberling gut anhören, sofern man nicht allzu sehr auf die Details achtet. Am Ende fehlt zwar die eigene charakteristische Note, dafür wird den Hörern eine gute Produktion mit soliden Songs geboten. Ignorieren muss und sollte man „EP1“ somit auf jeden Fall nicht.

Video

Trackliste

01 Don’t Let It Go
02 Cold War
03 Darkskies
04 Rise And Fall
05 Open Space
06 Don’t Let It Go (IAMX Remix)
07 Cold War (Popshop Remix)

Details

Glitter Wasteland – Homepage
Glitter Wasteland – Facebook

Label: 61Seconds Records / INgrooves
Vö-Termin: 01.07.2016
Spielzeit: 31:01

Copyright Cover: 61Seconds Records



Über den Autor

Christopher