Review

Das 2012 gegründete Cold Wave/Noise Trio FTR aus Paris veröffentlicht mit „Manners“ ein neues Album.

Schön schrill

Die darauf zu findenden elf Songs präsentieren FTR schön, aber auch schrill, denn ihre langsam gehaltene, oft schwermütige Musik kommt Genre entsprechend teilweise mit arg schräg klingenden, verzerrten Tönen daher, wie sie u.a. in „Breathe“, „Cross Your Heart“„Love Bots“ und „10327“ zu hören sind.

Trotzdem (oder gerade deswegen) lässt das Album aber keine Langeweile aufkommen. Vielmehr bringt jeder weitere Hördurchgang immer andere Details zum Vorschein. 

Dabei mangelt es den Songs auch an Intensität nicht. Ein diesbezügliches Highlight stellt besonders „Right Track“ dar. 

Insgesamt versprühen die Titel durch die vorhandenen Beats und die Sanftheit der Stimme von Yann Canévet trotz ihrer Schwere stets auch eine gewisse Leichtigkeit.

FTR (Copyright: Arthur Weed)

Genre-Affinität vorausgesetzt

Dem einen oder anderen Hörer könnte „Manners“ dennoch stellenweise zu viel werden. Zum einen liegt dies daran, dass die häufig schrillen Klänge eine gewisse Genre-Affinität voraussetzen oder zumindest ansatzweise gefallen müssen, um mit ihnen warm zu werden. Zum anderen hätten manche Songs einen weitaus sanfteren Ausklang finden können, statt sie allzu abrupt enden zu lassen.

Fazit

Alles in allem bietet „Manners“ von schrägen Tönen bis hin zu einer sanften, fast flüsternden Gesangsstimme viel von dem, was ein Album des Genres bieten kann. FTR setzen damit die Messlatte sowohl für Genre-Kollegen als auch für weitere eigene Veröffentlichungen sehr hoch und können mit Stolz auf ihr Werk zurückblicken.

Für Freunde des hier gebotenen Stils ist „Manners“ daher äußerst empfehlenswert.

Video

Tracklist

01 Collision
02 Cross Your Heart
03 Black Sand
04 Chances
05 Love Bots
06 Right track
07 10327
08 Sunrise
09 Never
10 One
11 Breathe

Details

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Label: Metropolis Records
Vö-Termin: 15.02.2019
Spielzeit: 46:20

Copyright Cover: Metropolis Records



Über den Autor

Jasmin
Jasmin
Musik ist Balsam für meine Seele