Review

>Beware of the Justice Elite<

Mit diesen Worten empfangen Freaks & Clowns, das Nebenprojekt einiger Astral Doors-Bandmitglieder unter der gesanglichen Führung von Chrille Wahlgren, ihre Hörer auf dem neuen Album und geben damit gleichzeitig ihren Titeltrack „Justice Elite“ zum Besten.

Wohin die musikalische Reise auf dem 12 Tracks starken Silberling geht, wird dabei schnell klar: Hier trifft klassischer Heavy Metal auf modernen Power Metal. Letzterer fällt allerdings so dezent aus, dass das Album vor allem eines, nämlich sehr traditionell gehalten wurde. Fans von Alice Cooper, Judas Priest und Co. dürfen sich also freuen und angesprochen fühlen.

Im Stile eines Alice Cooper-Titels fallen beispielsweise die Tracks „Welcome To The Freakshow“ und „Guardian Angels“ aus, die zugleich lohnenswerte Hinhörer auf dem Album darstellen. Auch die Songs „The End Song“, „One For All – All For One“ und „Hell Yeah“ zeigen gute Ansätze.

Warten auf Highlights

Für die meisten übrigen Titel gilt jedoch: Ihnen fehlt in letzter Konsequenz das gewisse Etwas, um einen Volltreffer zu landen. So mangelt es häufig an Eingängigkeit, dadurch an knackigen Hooks und schließlich an hängenbleibenden Hits.
Zeitlose Metal-Evergreens, wie die großen Alten sie einst erschufen, können Freaks & Clowns auf „Justice Elite“ daher nicht vorweisen. Stattdessen sieht die Mehrheit der Hörer wohl eher dabei zu, wie die Zeit (knapp 51 Minuten Laufzeit) verrinnt, während indes (vergebens) auf das Besondere oder sonstige Highlights in einem Song gewartet wird. Dabei wird man feststellen, dass einige Titel zu lang ausfallen und sie um ihrer Knackigkeit beraubt werden.

Besser macht das auch der Gesang nicht. Auf der einen Seite zwar absolut passend zum Genre und technisch makellos, könnte die Stimme auf der anderen Seite schon bald eine gewisse Monotonie hervorrufen.

Freaks & Clowns (Copyright: Niklas Nieminen)

Diese stellt sich eventuell auch dann ein, wenn man auf die Lyrics genauer achtet. Denn die Songtexte wirken etwas einfalls- und inspirationslos. Als ob Freaks & Clowns den Metal-Lyric-Generator angeworfen hätten, präsentieren sie den Hörern überwiegend bekannte und bewährte Floskeln oder plakative Textzeilen, die bereits die eine oder andere Tracklist geziert haben.

Dass die Band durchaus in der Lage ist, kreativ zu Werke zu gehen und nicht auf Sicherheit setzen zu müssen, zeigt der Rauswurf namens „More Than Meets The Eye“. Obschon man darüber streiten kann, inwiefern der Titel ein gutes Beispiel für einen rundum gelungenen Song ist, können die „orientalisch“ klingenden Gitarrenläufe überzeugen und bringen Abwechslung auf das Album. Derlei interessante Extras und Hinhörer hätte es hier allerdings viel häufiger gebraucht, um das Interesse an „Justice Elite“ auf Albumlänge aufrechtzuerhalten.

Video

Tracklist

01 Justice Elite
02 Man With The Power
03 Welcome To The Freakshow
04 Guardian Angels
05 I’m Alive
06 The End Song
07 One For All – All For One
08 Hell Yeah
09 Flames Of Fury
10 Am I The One Or The Victim
11 Madman On Vacation
12 More Than Meets The Eye

Details

Freaks & Clowns – Homepage | Freaks & Clowns – Facebook

Label: Metalville / Rough Trade
Vö-Termin: 16.10.2020
Spielzeit: 50:15

Copyright Cover: Metalville



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde