Review

Mit einem Kampfschrei und den warmen Worten „welcome to hell on earth“ begrüßen freaKings ihre Hörer zum „Toxic End“ und damit zu ihrem neuen Album. Dabei zeigt der Opener „Hell On Earth“ nicht nur, wie viel Lärm eine lediglich aus drei Mitgliedern bestehende Band machen kann, sondern auch, wohin die musikalische Reise geht: Ihrem bisherigen Stil treu bleibend, beherrscht old school orientierter Thrash Metal die insgesamt elf Songs vom ersten bis zum letzten Ton.

Wer sich vorab nicht angeschnallt hat, wird umgehend mit- oder auch umgerissen von der schnellen Spielweise des Schweizer Trios, das sein hohes Tempo konsequent aufrechterhält. Nur selten wird diesbezüglich mit Breaks oder Gitarrensoli die Songstruktur unterbrochen. Dies führt zu einem permanenten musikalischen Abriss, dem vermutlich nur hartgesottene Thrash-Fans auf Albumlänge standhalten werden, ohne dabei zudem Variationen und Abwechslung zu vermissen. Von einem drohenden Gleichklang der Titel kann jedoch trotzdem nicht die Rede sein, denn freaKings wissen dem vorzubeugen, indem vor allem Gangshouts immer mal wieder für Auflockerungen sorgen.

„Thrash will never die“ heißt es also im Track „TxWxNxD“, dessen Titel zum Programm gemacht wurde. Entsprechend bestätigen freaKings diese „Prophezeiung“ mit jedem gespielten und gesungenen Ton. Ihr musikalisches Tun wirkt authentisch, ihre Spielfreude ist erkennbar und ihre Leidenschaft für diese Stilrichtung schreit dem Hörer aus jedem Titel entgegen – und das nicht nur durch die (oftmals aggressiv) vorgetragenen Vocals und integrierten Shouts; ebenso zeugt die Gitarrenarbeit von einer dynamischen und inbrünstigen Virtuosität. Bedient man sich häufig zwar an für das Genre nicht unüblichen Riffmustern, wird vor allem in den Soli des Sechssaiters ein Hauch Kreativität erkennbar, der erahnen lässt, dass freaKings mehr können als pures „Hau-drauf“-Gehämmer.

freaKings (Copyright: freaKings)

Dem Thrash Metal Liebhaber wird gerade dieses aggressive und nach vorne gespielte Agieren sehr zusagen, dennoch machen die immer wieder durchblitzenden und gut umgesetzten Ideen fern vom Tempospiel neugierig, was die Musiker an Potenzial eventuell noch zurückhalten.

Soundtechnisch wurde hingegen das gesamte Potenzial ausgeschöpft. Druckvoll und gleichzeitig old schoolige Wurzeln hörbar machend, bewegen sich freaKings mit „Toxic End“ im Bereich der internationalen Tauglichkeit und dürften somit eine willkommene Alternative und Ergänzung zur bisherigen Playlist für Thrash Hörer sein.

Video

Tracklist

01 Hell On Erath
02 Future Vision
03 Violent Disaster
04 TxWxNxD
05 Toxic End
06 Friendly Fire
07 Brain Dead
08 Price Of Freedom
09 Wave Of Pain
10 Beer Attack
11 No More Excuses

Details

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Label: Eigenproduktion
Vö-Termin: 06.03.2017
Spielzeit: 36:39

Copyright Cover: freaKings



Über den Autor

Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde