Review

1997 ist schon eine Weile her. In dem Jahr fingen die Jungs von Foscor an, ihren Gefühlen einen Rahmen zu geben; seit dieser Zeit macht die Band Musik. 2014 kam „Those Horrors Wither“ auf den Markt und führt die Linie ihres horrorartigen Stoner und Prog Metal weiter. Solch gute Musik kommt also nicht mehr nur aus Amerika oder Frankreich, nein, auch in anderen Ländern gibt es genug Perlen zu entdecken. Foscor ist eine davon.

Zunächst erinnert die Band stark an Obsidian Kingdom, nur mit ein wenig mehr Metal und härteren Tönen. Ein starker Einfluss von Foscor ist der Black Metal und sie finden die richtige Balance zwischen Black und Rock. Subtile Black Metal Parts wie in „Addiction“ wissen daher zu überzeugen. Das sonst sehr gruselige bzw. horrorlastige Setting klingt neu und weniger ausgelutscht wie klinischer Djent oder ultrabrutaler Death Metal.

Die Produktion ist rotzig und direkt vom Fleischer. Das Schlagzeug klingt irgendwie nicht besonders doll aufgenommen, allerdings kommt es dem Gesamtsound zugute. Die Bass kommt gut durch, doch der Rest klingt nach Pappe. Die Gitarren sind ebenso dominant wie der Gesang, aber das tut der guten Produktion keinen Abbruch, sondern verleiht „Those Horros Wither“ eher das gewisse Etwas. So etwas hört man nicht oft und es lohnt sich, in diese Albtraumwelt abzutauchen.

Der Titeltrack fängt jene zudem gleich richtig ein. Wer in die Platte reinhört, kommt an diesem Song nicht vorbei. Die seltenen Metaleinlagen sind hier hervorzuheben. Die kommen neben dem psychedelischen Sludge Rock nämlich richtig klasse und erinnern ein wenig an Intronaut.

„Graceful Pandora“ zeigt dann, dass die Jungs auch Post können, dabei ihrer Linie aber treu bleiben. Im Gesamten klingt der Song freundlicher, bringt aber die progressive Ader heraus – und auch das können die Jungs. Foscor sind ziemlich vielseitig, aber das möchte nach diversen Jahren im Showbusiness schon sein, auch wenn andere Größen das nicht hinbekommen.

Foscor ( Copyright: Foscor )

Foscor (Copyright: Foscor)

Der Gesang von Fiar, der zeitgleich am Bass tätig ist, kann wirklich überzeugen. Von miesen Black Metal Screams bis hin zum klaren Gesang, der nicht nach Boyband klingt, ist hier alles vertreten. Mal mit Hall, mal ganz trocken. Echt bemerkenswert und sehr authentisch.
In „To Strangle A Ghost“ wird die Stimme noch mal ein ganzes Stück rauchiger und qualvoller.

Allerdings ruht sich die Band auf ihrem Konzept aus. Zwar klingt alles sehr gewollt und auch gekonnt, doch ob man nun Song 1 oder Song 8 hört, es ähnelt sich hier und da. Da es aber nicht extrem negativ auffällt, kann man den Umstand vernachlässigen und „Those Horrors Wither“ einfach im Ganzen hören, da wirkt das Album dann auch erst so richtig. Die gespielten Riffs klingen immer etwas anders; diesbezüglich beweisen die Zupfer, was sie können. Selbst der Bass bekommt seine Outstanding-Momente. Mehr Platz für Bassisten!

Fazit: Foscor ist eine dieser Bands, die man sich erst mal schön hören muss. Hat man sie aber für sich entdeckt, dann lässt man sie auch so schnell nicht wieder los. Ihr gruseliger Sludge Metal ist mal etwas anderes und klingt auch nach mehreren Durchläufen noch interessant. Schade ist nur, dass nach so langer Zeit nicht deutlich mehr Hörer diese Band kennen. Ihr könnt es ändern!

Video

Trackliste

01 Whirl of Dread
02 Addiction
03 Senescència
04 L.amor.t
05 Those Horrors Wither
06 Graceful Pandora
07 To Strange a Ghost
08 Shysteroos

Details

Foscor – Homepage
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Label: Alone Records
Vö-Termin: 25.11.2014
Spielzeit: 48:37

Copyright Cover: Alone Records



Über den Autor

Marcus
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