Review

Ein Blick auf das Cover. Kunterbunt. Ein riesiges Faultier hängt am Gebäude. Fängt ja schon mal gut an, vor allem weil Faultiere sowieso die besten Tiere der Welt sind. Forever It Shall Be, ihres Zeichens deutsche Melodic Death Metal Band, bringen nun mit „Destroyer“ die dritte Scheibe an den Start. Darauf bekommt man knapp 45 Minuten lang Riff- und Drumgewitter um die Ohren gehauen.

Vorab eins. Die Produktion auf „Destroyer“ ist super. Alles klingt schön sauber und auch das Schlagzeug lässt die Trommelfelle schön pulsieren. Außerdem sind alle Instrumente von der Band flüssig eingespielt worden. Die Vocals klingen wunderbar grausam und fügen sich gut in das Gesamtbild ein. Forever It Shall Be verstehen ihr Handwerk.

Aber nun zum Sound. Hauptsächlich findet sich dieser im Death Metal Bereich ein. Dynamische Riffs, pumpende Blastbeats und regelmäßige Soli prägen die Songs der Platte. Dabei wurde vor allem viel Wert auf Melodie gelegt, die auf „Destroyer“ gang und gäbe ist. Aber natürlich dürfen die obligatorischen Schnellspurt-Momente nicht fehlen. Dennoch schleichen sich hier und da auch wieder mal wieder Metalcore-Elemente ein. Typische „Chug-Chugs“ im Stile von Heaven Shall Burn oder Neara stehen an der Tagesordnung.

Und so lassen Forever it Shall Be die Saiten und Schlagzeugfelle glühen, während Songs wie „We´re in Hell“ oder „The Great Destroyer“ für schmerzende Nackenmuskulaturen sorgen und gut nach vorne gehen. Der Gesang kommt gut zur Geltung, sei es in den Versen oder zusammen mit der Melodie gebrüllt. Auch lässt man sich zu dem einen oder anderen „Bluärgh“ hinreißen.

Es wurde sogar ein Song dem edlen Tier des Covers gewidmet. „Iron Sloth“ mit epischen Riffs und galoppierenden Rhythmen. Faultiere sind insgeheim ja auch ziemlich blutrünstig.

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Forever It Shall Be (Copyright: Forever It Shall Be)

Aber auch wenn „Destroyer“ gut klingt, täuscht es nicht darüber hinweg, dass viele der Riffs und Songstrukturen schon in vielen anderen Songs vorgekommen sind. Hier fehlt deutlich der Überraschungsmoment, da alle Titel sehr vorhersehbar sind. Es ballert alles gut und groovt mit, aber es fehlt der gewisse Höhepunkt des Albums. Außerdem mangelt es an einer gewissen Individualität, die dem Hörer klar macht, dass es sich hier um Forever It Shall Be handelt und nicht um irgendeine Death Metal Band. Man kann das Rad nun mal nicht neu erfinden.

Nichtsdestotrotz ist „Destroyer“ ein Album, das die Bedürfnisse jeden Fans dieses Genres zufrieden stellen dürfte. Wer also die übliche Dosis Geschwindigkeit und zum niederknien epische Melodien benötigt, ist mit dieser Platte gut bedient. Forever It Shall Be bieten zwar keine Innovationen, aber für die tägliche Windmühle reicht es auf jeden Fall.

Außerdem haben sie ein Faultier auf dem Cover, das an einem Wolkenkratzer hängt und beschossen wird. Was will man mehr?

Video

Tracklist

01 The End
02 Monolith
03 The Great Destroyer
04 We´re In Hell
05 Savages
06 Everlasting Void
07 Iron Sloth
08 Interlude
09 The Rambler
10 Cannibal
11 Crown Of Fire
12 Black Procession
14 The Rapture

Details

Forever It Shall Be – Facebook

Label: Kernkraftritter Records
Vö-Termin: 10.10.2014

Copyright Cover: Kernkraftritter Records



Über den Autor

Christopher