Review

Flyleaf strikes back!

2012 erschien „New Horizons“, damals noch mit Lacey am Mikro. Sie ist nun nicht mehr mit an Bord. Das ist wirklich schade, denn Lacey war immer das Aushängeschild der Band. Immer etwas anders und merkwürdig hat man sie lieb gewonnen. Nun müssen wir uns mit Kristen May begnügen, die vorher in der Indie-Rock Band Vedera für den Gesang zuständig war. Ob das gut oder schlecht ist, lest ihr hier.

Mit dem ersten Song „Set Me On Fire“ machen Flyleaf schon mal alles richtig. Der verzerrte Bass des Huckeflohs Pat Seals setzt ein und Kristen legt ihre sexy Stimme darüber. Leicht mysteriös beginnt der Song, um sich dann zu einer guten Rocknummer zu entwickeln. Der Einsatz von Gitarreneffekten und Synthis macht diesen Titel zu einem starken Stück.

Leider bleibt das nicht so. Die Platte driftet ziemlich schnell in die Liebeskummer-Schiene ab. Zerbrochene Beziehungen sind an der Tagesordnung. Lacey wusste zu ihren Zeiten besser mit ihren Texten zu spielen. Dazu muss man aber auch sagen, dass Lacey ziemlich lange psychisch sehr instabil war. Das hat eventuell dazu beigetragen, dass ihre Texte etwas nachdenklicher geworden sind. Die Songs auf „Between The Stars“ sind deutlich zugänglicher für die Masse. Das ist natürlich nichts Schlechtes. Nickelback machen das seit Jahren so und begeistern ihre Fans. Jeder kann etwas mit den Song anfangen.

Die Produktion ist solide und kommt sehr natürlich daher. Ab und an findet sich auch ein Riff aus ihrer alten Zeit als Post/Grunge Band wieder. Das lockert die atmosphärischen und liebevollen Songs auf. Keine Angst, die Riffs der Gitarristen rocken trotzdem ordentlich.
Der Bass und das Schlagzeug ergeben zusammen das harte Grundgerüst, da gerade der verzerrte Bass schön im Hintergrund knallt und das Schlagzeug mit seinem kraftvollen Mix überzeugen kann und zum Nicken einlädt. „Traitor“ ist noch einer dieser härteren Songs, der genau in dieses Schema passt.

Man fühlt allerdings die Beeinflussung durch andere Bands auf „Between The Stars“. „Well of Lies“ erinnert stark an Legenden wie Muse. Die fuzzige Gitarre im Strophenriff ist klasse und arbeitet gut mit dem Gesang zusammen.

Flyleaf (Copyright: Travis Shinn)

Flyleaf (Copyright: Travis Shinn)

Das einzige Problem, das Flyleaf mit ihren Songs haben, ist die Verwendbarkeit in diversen Teenie-Filmen. Ich kann mir vorstellen, dass ihre Songs in Streifen wie „Twilight“ oder in diversen anderen Filmen nach Schema F eine gute Verwendung finden würden.

Wer die Möglichkeit hat, der sollte sich die beiden Bonustracks der Special Edition mal anhören. „The Hunted“ knallt so richtig im Stile von Deftones mit klasse Gesangslinie und harten Riffs. „The Wedding“ könnte tatsächlich auf einer Hochzeit spielen. Viel Gefühl und klasse Arrangement.

Fazit: Flyleaf klingen nach modernem Rock und das ist auch gut so. Warum sollte man sich mit einer neuen Sängerin nicht etwas verändern? Dem einen gefällt dies, manchen eben nicht. Damit muss eine Band klarkommen.
Bis auf den Gesang ist Flyleaf auch eine konstante Band, was die Besetzung angeht, da tut ein Tapetenwechsel gut.
„Between The Stars“ ist ein grundsolides Album und kann mit guten Songs punkten. Fans der Band machen hiermit keinen Fehler, allerdings werden Hörer der ersten Stunde immer etwas vermissen.

Video

Tracklist

01 Set Me On Fire
02 Magnetic
03 Traitor
04 Platonic
05 Head Underwater
06 Sober Serenade
07 Thread
08 Marionette
09 Well of Lies
10 City Kids
11 Blue Roses
12 Home
13 Avalanche

Details

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Label: Loud And Proud Records / earMusic (Edel)
Vö-Termin: 31.10.2014
Spielzeit: 45:28

Copyright Cover: earMusic / Loud And Proud Records



Über den Autor

Marcus
Marcus