Review

Im Januar wollen es Fluxmeister mit ihrer Platte „Firnis“ wissen; und zwar ob ihr Rock-Konstrukt aus groovigen Riffs und einer Energie, die den Hörer mitzureißen sucht, auch tatsächlich Früchte trägt. Mit einer soliden Spielzeit von mehr als einer Dreiviertelstunde darf man sich dann die zehn Songs zu Gemüte führen, die durchaus wissen, wie sie die Gehörgänge anzusprechen haben.

Während des gesamten Albums wird man immer wieder feststellen, dass besonders die Riffs eine von Fluxmeisters größten Stärken sind. Wir haben hier typisch rockige Aufbauten des Refrains und für die Verse einen deutlich groovigen Ansatz. Dabei kann es beim Song „Firnis“ aber auch mal etwas härter zu Sache gehen.

Die Jungs bringen verschiedene bekannte Einflüsse in ihrer Musik unter und lassen diese gut in ihren gesamten Sound einfließen. Mal ein wenig Blues und ab und zu wird auch stark der Funk aufgedreht, wie bei „Augenklappe“. Der Sänger trägt übrigens eine und die Referenz dazu in ebenjenem Song ist eigentlich ganz witzig.

Seine Aufgabe bei Fluxmeister ist aber erst einmal, wie vielleicht auch offensichtlich, die Titel mit Gesang zu schmücken. Dieser fällt in erster Linie solide aus. Man muss sich zwar nicht an einen eigenwilligen Stil gewöhnen, doch viel Markantes weist man hier auch nicht auf.

Aufregendes findet man auch nicht in den Texten. Im Grunde sehr locker und nüchtern vorgetragen, aber auch nichts Bahnbrechendes, Tiefsinniges bzw. stellenweise stark weichgespülte Aussagen. Es wird zwar keine Doktorarbeit erwartet, aber vielleicht etwas mehr als „Ich hab Butter auf’m Kutter und die geb ich bei die Fische“. Hinzu kommt die regelmäßige Nutzung des „Sch-Wortes“.

Nicht dass Fluchen im Musikbereich etwas Schlechtes wäre, allerdings wirkt der akustische Kontext zu den Lyrics oft einfach zu lieb, dass eine solche Ausdrucksweise angemessen wäre. Natürlich ist es immer eine subjektive Einstellung, wie man zu Texten und Stimme steht, aber es sind keine Stellen dabei, die hängen bleiben. Hier ist noch viel Luft nach oben.

Fluxmeister (Copyright: Fluxmeister)

Fluxmeister (Copyright: Fluxmeister)

Ansonsten muss man „Firnis“ allein schon wegen seiner Chemie unter den Mitgliedern mögen. Die einzelnen Parts finden sich einfach immer wieder in jedem Song. Auch auf der instrumentalen Seite gibt es viel zu erleben, wie zu hören bei „Crimson“, der sich stilistisch deutlich von allen anderen Songs abhebt. Fluxmeister packen mit jedem neuen Song neue Stimmungen aus, so bekommt man mit „Reisezeit“ buchstäblich Inselfieber. Es wird eben nicht davor gescheut, mal etwas Neues auszuprobieren.

Innovationen darf man dennoch nicht erwarten, da sich die Band eher darauf konzentriert, ihren Sound mit bewährten Mitteln möglichst authentisch zu transportieren. Und das funktioniert erfreulicherweise mehr als einmal. Es macht eben irgendwie Spaß, dem Treiben auf „Firnis“ zuzuhören.
Mit Fluxmeister sind Qualität, Unterhaltung und Hörvergnügen garantiert.

Video

Trackliste

01 Flow
02 Firnis
03 Lebe laut
04 Augenklappe
05 Pass auf
06 Crison
07 Reisezeit
08 Ohne Sünde
09 Zorn
10 EAe

Details

Fluxmeister – Homepage
Fluxmeister – Facebook

Label: DMG Records Germany / Broken Silence
Vö-Termin: 15.01.2016
Spielzeit: 46:25

Copyright Cover: DMG Records Germany



Über den Autor

Christopher