Review

Fleischwolf lautet der Bandname, „Mettcore“ ist der Titel ihrer ersten EP und da das Trio zu allem Übel auch noch aus Mettmann kommt, schien es vorherbestimmt zu sein, dass roher Punk und Hardcore der alten Schule hier ihren gemeinsamen Nenner finden.

Nur auf das Nötigste beschränkt, nämlich Gitarre, Drums und Bass, rollen Fleischwolf mit sechs Songs über die Trommelfelle – und lassen das Ganze nicht allzu platt getreten erscheinen.

Eingeleitet wird die EP direkt mit der netten Hymne „Es Kotzt Mich an!“. Skank-Beats jagen Powerchords und Gangvocals, die nur so zum Mitschreien animieren – auch wenn dabei gerne mal weniger Worte als Laute fallen.

Dem gleichen Prinzip folgt „Fight“ und man stellt im Vergleich zum Opener fest, dass die rotzigen Vocals auf Deutsch doch besser wirken. Aber wem so etwas egal ist, dem wird hier ein durchaus melodisches Erlebnis bevorstehen, mit dem Fleischwolf zeigen, dass ihre Songs auch gerne mal in den Ohren hängenbleiben können.

Der textliche Horizont gestaltet sich auf „Mettcore“ nicht allzu weit, da hier nicht unbedingt die bahnbrechendsten Themen aufgegriffen werden. Setzt man seine Präferenzen allerdings nicht allzu sehr auf lyrischen Tiefgang, wird man sich mit dem Gegebenen durchaus anfreunden können.

Persönliches Highlight der Platte, einfach weil sich die Band hier etwas von der eingängigen Punk-Attitüde distanziert, wäre das Markenzeichen „Fleischwolf“. Abgesehen von der wieder mal mitgrölbaren Hook präsentiert die Band hier Riffs, die leicht von Slayer inspiriert scheinen. Zusammen mit einem Beat, der durch Wände, geht ist dies eine hochexplosive Mischung.

Fleischwolf (Copyright: Fleischwolf)

Fleischwolf (Copyright: Fleischwolf)

Weiteren Einflüssen begegnet man in „The Riot Song“, der einen deutlichen Motörhead-Touch mitbringt.
Die Basslinien zerschneiden die akustische Stimmung des Songs immer wieder und auch gesanglich findet man in diesem Titel einen Höhepunkt der Platte.

Aufgrund einer Eigenproduktion fehlt an manchen Stellen ein bisschen der Bums. Der allgemein rohe Sound macht dies jedoch wieder wett und steht auch dafür, dass nicht immer alles gleich zu Tode getriggert werden muss.

Rundum liefern Fleischwolf daher eine mehr als solide Platte ab, die zwischen den hörbaren Wurzeln auch in der Moderne noch ihren Platz findet. Die Band ist definitiv für Hörer etwas, die auf pausenlosen Druck, catchige Riffs und gute musikalische Unterhaltung stehen.

Video

Trackliste

01 Es Kotzt Mich An!
02 Fight
03 Firefucker
04 Fleischwolf
05 The Riot Song
06 Verkehrte Welt

Details

Fleischwolf – Facebook

Label: Eigenproduktion
Vö-Termin: 00.00.2016
Spielzeit: 18:19

Copyright Cover: Fleischwolf



Über den Autor

Christopher