Review

Wer bisher noch nicht in Weihnachtsstimmung war, wird es spätestens nach dem Hören des neuen Albums „Seven Holy Nights“ von Fiddler’s Green sein. Denn

[D]ass Fiddler’s Green […] in der Lage sind, Weihnachtslieder mit Klassikerqualitäten zu schreiben, zeigen sie mit „7 Holy Nights“, dem Titelsong aus eigener Feder. Augenzwinkernd wird hier die sehr ausschweifende Weihnachtsfeier im Hause Fiddler’s Green geschildert – kann man meinen. Für alle, die ihren Heiligen Abend lieber im Pub als mit Tante Erna oder Onkel Willi unterm ewig gestrigen Weihnachtsbaum verbringen wollen, ist dieses Meisterwerk ein absolutes Muss!

(Quelle: Another Dimension PR)

Die Tracks

Auf der Scheibe findet man 13 weihnachtliche Songs im Folk-Rock Stil. Dabei handelt es sich – mit Ausnahme des erwähnten bandeigenen Titelsongs – um international bekannte klassische Weihnachtslieder mit teils historischem Hintergrund.

Als Opener gibt es „Merry Christmas Everyone“ zu hören. Der Weihnachtssong mutiert im Refrain zum Partyhit mit mehrstimmigem Gesang und Gitarrenriffs. In den Strophen ist die Geige sehr präsent. Gegen Ende des Songs wird der Refrain nur mit Drums begleitet.

So richtig auf Speed-Folk Art wird „Merry Christmas Everybody“ gespielt. Die Strophe wird mit rauchiger Stimme gesungen. Im Refrain gibt es mehrstimmigen Gesang, welcher mit Inbrunst dargeboten wird.

„Mull Of Kintyre“ stammt aus dem Jahre 1977 und wurde damals von Paul McCartney und der Band Wings veröffentlicht. Die Version auf dieser Scheibe bleibt nah am Original, sodass hier von Speed-Folk weit und breit nichts zu hören ist.

Ein beliebtes traditionelles Weihnachtslied aus England aus dem 17. Jahrhundert ist der Titel „I Saw Three Ships“. Da zunächst nur die klassischen Folk-Instrumente eingesetzt werden, wirkt der Song sehr traditionell. Auch beim Einsetzen von Gitarre und Drums verliert der Titel seinen klassischen Charakter nicht.

„Twelve Days Of Christmas“ ist ein traditionelles Weihnachtslied in Form eines Kinderreims. Der Gesang wird zu Beginn hauptsächlich von der Violine begleitet. Nach und nach kommen immer mehr Instrumente hinzu. Die Strophen sind aufgrund des Textes sehr lange und der Song wirkt dadurch etwas langatmig.

„God Rest Ye Merry, Gentlemen“ ist ein aus England stammendes Lied, welches schon mehrfach gecovert wurde. Der Song wird mit Geige und Gitarre begleitet und wirkt sehr getragen. Ab Minute 1:30 macht die Band ihre eigene Folk-Rock Version daraus. Nichtsdestotrotz verliert der Song nicht seinen traditionellen Charakter.

Ein fröhlicher, beschwingter Song ist „Lord Of The Dance“. Einen Zusammenhang mit Weihnachten scheint es bei diesem traditionellen Stück zwar nicht offensichtlich zu geben, dennoch macht der Song gute Laune.

Eine fette Folk-Rock Version gibt es von „White Christmas“. Hier darf man headbangen! Die Kombination aus rauer Stimme, fetten Gitarrenriffs und lieblichen Violinen-Klängen macht den Song interessant.

„Danny Boy“ ist ein traditionelles englisches Lied aus dem Jahre 1690. Und auch die Band hat es geschafft, den Song sehr ruhig und getragen zu spielen. Dies sei der feinen Spielweise von Gitarre und Violine geschuldet.

Fiddler’s Green (Copyright: Fiddler’s Green)

Zunächst sind bei „Stop The Cavalry“ Trommelschläge zu hören, die wie ein Marsch klingen. Dann steigen schnell das Akkordeon und eine verzerrte E-Gitarre ein. Es ist bewundernswert, wie schnell Frontmann Albi die vielen Textzeilen der Strophe singen kann.

Ein weiterer Klassiker ist „Jingle Bells“. Erneut hat die Band das Tempo des Songs extrem gesteigert, sodass man den Eindruck hat, beim Text kaum noch hinterherzukommen. Hier ist eine fetzige Folk-Rock Version entstanden, die den Titel Speed-Folk mit Recht trägt.

„Rudolph, The Red-Nosed Reindeer“ wird zwar im Folk-Stil gespielt, hat jedoch in den Strophen von der Spielweise der Instrumente und vom Rhythmus her eher einen Reggae-Charakter verpasst bekommen. Geschmackssache.

Zum Abschluss gibt es den selbst geschriebenen Weihnachtssong „Seven Holy Nights“. Vor allem bei diesem Song kann man sich sehr gut vorstellen, wie eine Weihnachtsparty im Hause Fiddler’s Green abläuft. Der Song ist stellenweise langsam und ruhig gestaltet, nimmt dann aber wieder an Fahrt auf und vermittelt eine feierliche Partystimmung. Den Songabschluss macht ein Instrumentalpart, der wieder sehr traditionell wirkt.

Fazit

Fiddler’s Green schaffen es, besinnliche Songs auf ihre eigene Art und Weise zu veredeln. Die Tracks sind teilweise partytauglich und werden sehr fetzig gespielt. Hier findet man eine große Bandbreite an bekannten Weihnachtsliedern. Doch vor allem der selbst geschriebene Track „Seven Holy Nigths“ darf nicht außer Acht gelassen werden.


Fiddler’s Green – Seven Holy Nights

Preview

Video

Tracklist

01 Merry Christmas Everyone
02 Merry Christmas Everybody
03 Mull Of Kintyre
04 I Saw Three Ships
05 Twelve Days Of Christmas
06 God Rest Ye Merry, Gentlemen
07 Lord Of The Dance
08 White Christmas
09 Danny Boy
10 Stop The Cavalry
11 Jingle Bells
12 Rudolph, The Red-Nosed Reindeer
13 Seven Holy Nights

Details

Fiddler’s Green – Homepage | Fiddler’s Green – Facebook | Fiddler’s Green – Twitter

Label: Deaf Shepherd / Indigo
VÖ-Termin: 02.12.2022
Spielzeit: 39:14

Copyright Cover: Deaf Shepherd



Über den Autor

Selina
Carpe Noctem