Review

Fiddler’s Green feiern mit ihrem neuen Album „3 Cheers For 30 Years“ ihr 30-jähriges Bandjubiläum.

Die Band hat in dieser Zeit ihren Irish-Speed-Folk perfektioniert und das zeigen sie nun anhand von elf neuinterpretierten und modernisierten Genre-Klassikern.

Modernisierte Genre-Klassiker zum Bandjubiläum

Schon der Opener „Whiskey In The Jar“ sollte eigentlich jedem bekannt sein, gibt es doch inzwischen so einige Cover-Versionen von diesem Song, darunter jene von Metallica. Getrost darf man an dieser Stelle aber wohl behaupten, dass die Version von Fiddler’s Green noch besser gelungen ist. Die Band hat mit einem Mix aus Rock und Folk ihre ganz eigene Fassung gezaubert. Zudem hat man den Eindruck, dass diese Variante deutlich schneller ist als alle bisherigen Covernummern des Titels; Sänger Ralf „Albi“ Albers hatte ganz schön was zu tun, um den Text so schnell zu singen.

Als weiteren Klassiker hat sich die Band „Auld Lang Syne“ rausgesucht. Das aus Schottland stammende Lied wird traditionsgemäß zum Jahreswechsel gesungen, um der Verstorbenen des zu Ende gegangenen Jahres zu gedenken. In Deutschland ist der Song unter dem Titel „Nehmt Abschied Brüder“ bekannt. Das eigentlich eher getragene Stück wird hier zu einer schmissigen Folk-Rock-Version umgestaltet und lädt dadurch prompt zum Mitsingen ein.

Mit „The Galway Girl“ huldigt das Sextett dem aus dem Jahr 2000 stammenden Meisterwerk von Steve Earle. Dieser Song wird als klassische Folk-Version gespielt und reicht dadurch nicht an das Tempo der beiden vorherigen Tracks heran. Nichtsdestotrotz eignet sich diese Interpretation vorzüglich zum Tanzen.

Als Trinklied könnte man hingegen „All For Me Grog“ (im Original von der Band The Dubliners) bezeichnen. Entsprechend eingängig fällt der Refrain aus, der sich gut mitgrölen lässt.

Zu den fetzigeren Tracks auf dem Album gehört das Seemannslied „The Wild Rover“. In den Strophen einen eher rockigen Charakter aufweisend, kommt der Refrain ruhiger, fast schon getragen daher.

Zartere Töne gibt es im wunderschönen irischen Song „Wild Mountain Thyme“ zu hören. Ruhig und von Flöte, Geige und akustischer Gitarre begleitet, entführt uns der Titel auf die grünen Berge Irlands.

„The Drunken Sailor“ ist ein absoluter Klassiker, der weder am Lagerfeuer noch auf dieser CD fehlen darf. Das sehen nicht nur Fiddler’s Green so. Daher entstand diese Neuinterpretation als Gemeinschaftsprojekt mit diversen musikalischen Weggefährten der Band, darunter (in auftretender Reihenfolge): Simon Erichsen (Mr. Hurley und die Pulveraffen), Patty Gurdy, Eric Fish (Subway To Sally), Sean Alex Richard (Bodh’aktan), Holly Loose (Letzte Instanz), Vito C. (J.B.O.), Denis Jelly (The Moorings), Brendan Walsh (The Led Farmers), Alea der Bescheidene (Saltatio Mortis), Fuchs (Die Apokalyptischen Reiter), Malte Hoyer (Versengold), O’Reilly (The O’Reillys and the Paddyheads), Chris Lennon (Mr. Irish Bastard), Gunnar Schröder (Dritte Wahl), Masha Mysmane (Exilia), Micha Rhein (In Extremo), Guido Domingo (Uncle Bard and the Dirty Bastards), Pinto (Ganaim), Sandro Schmid (Saint City Orchestra), Georgij Alexandrowitsch Makazaria (Russkaja), Thomas Lindner (Schandmaul) und Robert Meyer (Tir Nan Og).
Bei diesen Namen und bei dem Ergebnis bedarf es nicht vieler Worte, um diesen Song zu beschreiben: Mitsingen ist angesagt!

Fiddler’s Green (Copyright: Holger Fichtner)

Und da der Seemann ja nun schon betrunken ist, folgt auch gleich das nächste Trinklied. Die bekannteste Version von „Seven Drunken Nights“ stammt von der Band The Dubliners. Der Ursprung geht aber auf die schottische Ballade Our Goodman“ zurück. Es handelt sich hier um ein humorvolles, traditionelles irisches Lied, das in vorliegender Version durch seine Mischung aus Folk und Rock besticht. Indem die Strophen ruhiger sind, der Refrain dann aber richtig Fahrt aufnimmt, dürfte der Track bestens zum Tanzen geeignet sein.

Zum Abschluss gibt es schließlich den Song „Greensleeves“ zu hören, der durch seine Tiefe und Getragenheit besticht.

Fazit

Mit ihrem Jubiläumsalbum „3 Cheers For 30 Years“ zeigen Fiddler’s Green, wie modern man Klassiker neu interpretieren kann. Das Werk weckt bei den Hörern die Party-Laune und macht Lust darauf, die Songs hoffentlich bald wieder live hören zu können. Ebenso finden die getragenen, ruhigen Songs Gehör und lassen die Hörer in die Welt der Iren und Schotten eintauchen. Dieses Werk darf auf keinen Fall in der Sammlung der Fans fehlen.

Album Player

Tracklist

01 Whiskey In The Jar
02 Auld Lang Syne
03 The Galway Girl
04 All For Me Grog
05 Haul Away, Joe
06 The Wild Rover
07 Wild Mountain Thyme
08 The Drunken Sailor
09 Seven Drunken Nights
10 Molly Malone
11 Greensleeves

Details

Fiddler’s Green – Homepage | Fiddler’s Green – Facebook | Fiddler’s Green – Twitter

Label: Deaf Shepherd
VÖ-Termin: 04.12.2020
Spielzeit: 36:09

Copyright Cover: Deaf Shepherd



Über den Autor

Selina
Carpe Noctem