Review

Felidae, vormals unter dem Namen Felidae Trick unterwegs, veröffentlichen ein neues Album. Dieses heißt „Baby Someday“ und beherbergt insgesamt zehn Songs, geschrieben vom Kopf der multikulturell besetzten Band, Omer Lichtenstein. 2011 in Tel Aviv gegründet, hat das Projekt seine Wahlheimat mittlerweile in Berlin gefunden und von dort aus möchte man nun mit „Baby Someday“ weiter durchstarten.

Mit Elementen aus den Genres Rock, Indie, Pop und New Wave spielend, sieht sich Felidae beeinflusst von Bands wie The Smiths, The Cure, Arctic Monkeys, Nirvana und The Beatles. Hört man die teils wavigen Gitarren oder Melodieläufe eines Songs wie dem Titeltrack „Baby Someday“, mag man diesbezüglich zustimmen, durch Titel wie „Still Burning“ oder „Indoor Trance“ drängt sich jedoch ein weiterer Vergleich mit der Band Blossoms auf. Zwar legen Feliade ihren musikalischen Schwerpunkt mehr auf einen Indie-Charme inklusive Retro-Touch denn auf glatten Pop wie es die Briten tun, stimmlich klingen beide Projekte jedoch recht ähnlich und überzeugen damit.

Felidae stechen jedoch durch den integrierten Hauch orientalischen Flairs aus anderen Bands heraus. Schade nur, dass dieses und weitere markante Merkmale der Band nicht verstärkter auf „Baby Someday“ Eingang gefunden haben, denn aus dem Potenzial der verschiedenen Einflüsse sowie aus dem durchaus vorhandenen Talent und den Ideen hätte deutlich mehr herausgeholt werden können und müssen. So wirken die Tracks auf Albumlänge und vor allem in der zweiten Hälfte des Silberlings nach einem starken Beginn immer eintöniger. Eine vordergründigere Eingängigkeit hätte bereits die Gefahr des Gleichklangs verhindert oder sie zumindest durch Ohrwurmcharakter wettgemacht, während intensiver eingebaute orientalische Beigaben das Alleinstellungsmerkmal und den Wiedererkennungswert von Felidae expliziter herausgearbeitet hätten.

Felidae (Copyright: Adi Levy)

Woran es „Baby Someday“ hingegen nicht mangelt, ist Lässigkeit. Felidae schütteln ihre Riffs ganz beiläufig aus den Ärmeln und auch der Gesang lullt den Hörer auf angenehme Art und Weise ein. Selbst in den rockigeren Passagen hält die Band ein chilliges Gefühl aufrecht und katapultiert ihre Tracks damit unaufdringlich, aber zumeist effektiv ins Ohr. Somit wirken auch temporeiche Parts äußerst entschleunigt.

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Video

Tracklist

01 Barbaria
02 Still Burning
03 Indoor Trance
04 Baby Someday
05 Tesla and all That
06 No Right to remain silent
07 Between the legs
08 Laying on the sky
09 Like a Movie star
10 She ain’t Rock & Roll

Details

Felidae – Homepage
Felidae – Facebook

Label: Anaphora Records / INgrooves
Vö-Termin: 25.11.2016
Spielzeit: 37:09

Copyright Cover: Anaphora Records (Photo by Erez Golko, designed by Adi Ofri)



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde