Review

Wo Ola Englund draufsteht, muss auch Ola Englund drin sein. Wir kennen ihn grundlegend von Feared, aber auch bei The Haunted sowie Six Feet Under nahm er den Platz an der Gitarre ein und verpasste den Songs seinen ganz eigenen Touch. Mit Feared frönt er seiner groovigen Death Metal Leidenschaft, denn die Band ist ein Fan von fetten und saftigen Gitarrenriffs. Das Album „Synder“ läutet die nächste Runde der Band ein. Ob sie den Kampf für sich entscheiden kann, klären wir hier.

Feared klingen im Jahr 2015 sehr modern; teilweise sind Bezüge zum Industrial Metal nicht zu leugnen.
Titeltrack „Synder“ macht uns den Opener, bleibt dabei aber eher bedeckt. Allerdings ist hier schon die klare Marschrichtung auszumachen: Grooviger Death Metal mit einem Hauch Melodie.
Dies wird auf dem gesamten Album sehr gut umgesetzt; immer wieder schlägt der Rhythmus-Groove zu und lässt den Nacken nicht in Ruhe. Das wechselt sich gut mit den schnellen Thrash- und Blast-Passagen ab.

Vor allem in „Of Iron And Ashes“ kommt das sehr gut zum Tragen. Alle Stärken der Band verbinden sich zu einem sehr soliden Song, der auch gerne mal öfter durch die Boxen düsen kann.
Zudem muss man sagen, dass Feared eher ungern das Tempo rausnehmen. Sie sind dann doch mehr die Freunde des gepflegt durchgetretenen Gaspedals. In kurzen Songs kann das super überzeugen, doch hier kristallisieren sich bereits zwei Schwächen des ganzen Konzepts heraus. Zum einen sind alles Songs solide, aber eben auch nur das. Einen richtigen Kracher braucht ihr jedoch nicht zu erwarten.
Zum anderen werden die brutalen Passagen des Öfteren durch ruhige Stücke wie „Dygder“ durchbrochen; 1 Minute und 39 Sekunden lang gibt es nur Klavier. Ob man das nun auf so einer Platte benötigt, sei dahingestellt. Eine Abwechslung ist es aber definitiv.

Feared (Copyright: Feared)

Feared (Copyright: Feared)

Ab der zweiten Hälfte wird es zudem auch noch etwas progressiver und die Stücke sind deutlich ausgearbeiteter. Dennoch bleibt nur ein grundsolider Eindruck.

Fronter Mario Santos Ramos erinnert mich zuweilen an unseren guten Freund Jens Kidman von Meshuggah. Allerdings nur das Stimmbild betreffend; die Power Kidmans hat er noch lange nicht. Seine Range reicht von Growls bis zum High Scream. Auch hier ist nicht mehr zu erwarten. Gelegentliche Gangshouts und Backing Clean Vocals sind nett und lockern die Sache etwas auf.

Den Vogel schießen die Jungs aber mit ihrem letzten Song ab. „Godless Devotion“ beginnt herzzerreißend. Hier kommt noch mal was Großes auf uns zu, dachte ich. Es folgt ein harter Cut und der Song beginnt bzw. endet in einer belanglosen Death Metal Nummer. Dankeschön.

Fazit: Feared reißen mit „Synder“ keine Wände ein, dennoch bieten sie uns eine ausbalancierte Platte an, die aufnahmetechnisch gut ist und viel für ihr Geld bietet. Death Metal mit tonnenweisen Grooves und catchy Gitarrenriffs – das ist die Richtung der Jungs. Wer etwas Raffinesse erwartet, braucht hier nicht unbedingt haltzumachen. Kompromisslose Death Metal Fans sollten jedoch auf jeden Fall mal reinhören.

Video

Trackliste

01 Synder
02 Your Demise
03 Of Iron And Ashes
04 Caligula
05 My Grief, My Sorrow
06 Dygder
07 By Silent Screaming
08 Wolf at the End of the World
09 My Own Redemption
10 Dying Day
11 War Feeding War
12 The Narcissist
13 Godless Devotion

Details

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Label: Self Release
Vö-Termin: 25.05.2015
Spielzeit: 48:49

Copyright Cover: Feared



Über den Autor

Marcus
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