Review

Wer noch nach dem perfekten Sound für 30 Grad im Schatten sucht, der wird hier fündig werden. Trotz Brexit schwappt aus dem Vereinigen Königreich immer noch eine Menge erstklassige Musik zu uns. Darunter auch Faux aus Southampton, die mit ihrer EP „Inhale“ den Soundtrack des Sommers abliefern.

Sie selbst bezeichnen ihren Stil als Dirty-Pop, was man auch daran erkennt, dass Faux leicht bekömmliche Musik anbieten, die stellenweise zudem durchschlagend wirken kann. Dabei mischen sich leichte Ambitionen zum Indie- und Emo-Rock unter die fünf Songs der EP.

Der Track „Swimmingly“ wurde bereits im Oktober letzten Jahres veröffentlicht und glücklicherweise hat es dieses energetische Werk aus griffigen Riffs und starker Versgestaltung trotzdem auf „Inhale“ geschafft. Es wäre ratsam, sich diesen Song zunächst einmal anzuhören, um einen Einblick in die Soundgestaltung zu bekommen, da „Swimmingly“ alles in sich vereint, was Faux ausmacht.

Der Titeltrack „Inhale“ lässt hingegen die etwas ruhigere Seite der Jungs hervorkommen. Der Refrain geht runter wie Öl und sorgt noch Stunden danach für einen plagenden Ohrwurm. Schuld daran ist wohl auch der weiche Gesang, welcher das Thema Pop nicht besser repräsentieren könnte. Obwohl die Stimme hauptsächlich jung erscheint, hat sie doch etwas Rauchiges tief in sich.

Generell folgen alle Songs auf der EP einem roten Faden, wenngleich „Nerves“, besonders in der Hook, zu poppig klingt und dadurch etwas von der anfänglichen Energie verliert. Gleiches gilt für „Call“, wobei hier die anspruchsvoll gestalteten Verse hervorstechen.

Bevor „Swimmingly“ die Platte zu Ende bringt, schießt „You Know“ noch einmal zielgenau den Vogel ab. Hat sich der Chorus von „Inhale“ gerade erst eingebrannt, wird er auch schon wieder ersetzt, vor allem weil Faux schon lange über das Stadium der einfachen Akkord-Drescherei hinaus geschritten sind. Die Songs auf „Inhale“ sind so unglaublich catchy, dass es schon fast unheimlich erscheint, sich nicht entscheiden zu können, welche Passage jetzt im Kopf auf Repeat stehen soll.

Faux (Copyright: Faux)

Faux (Copyright: Faux)

Als kleinen Bonus haben Faux auf der Vinyl zudem ihre Debüt-EP „Patterns“ versteckt. Die drei Songs zeigen deutlich die Entwicklung der Band bis „Inhale“ auf. Auf „Patterns“ noch sehr viel eingängiger und simpler klingend, neigt man schließlich in eine punkigere Richtung. Man kann nur erahnen, wie sich der Sound des Quartetts noch verändern mag.

„Inhale“ beeindruckt definitiv dann, wenn es zum einprägsamen Songwriting kommt; vor allem weil Faux viel mehr bieten als einfach gestrickte Songs und einem das Ganze dennoch nicht aus dem Kopf gehen will. Man könnte noch stundenlang über diese Feinheiten schwärmen oder „Inhale“ als das hinnehmen, was es ist: Gute Musik!

Video

Trackliste

01 Inhale
02 Nerves
03 Call
04 You Know
05 Swimmingly

Hidden B-Side:
01 Shoes
02 Backbone
03 Patterns

Details

Faux – Facebook

Label: Through Love Records
Vö-Termin: 05.08.2016
Spielzeit: 16:37 / 11:06

Copyright Cover: Through Love Records



Über den Autor

Christopher