Review

F.O.B. sind seit 1996 unterwegs und vertreten seit dieser Zeit ihren Stil des Death Metal. Da kann mal viel Melodie drinstecken oder aber auch ordentliche Breakdowns, wie wir sie aus der Metalcore-Phase in Deutschland kennen. Die Tschechen sind Stars in der Heimat, ob das auch über die Grenzen hinweg funktioniert?

Es fällt schwer, die Band nach den ersten Tönen einzuschätzen. F.O.B. klingen ziemlich modern aber dennoch stagnieren sie. Der Song „The Adult Toys“ zeigt das eindrucksvoll.

Die Band jongliert zwischen Metalcoreriffs, Breakdowns und cleanem Gesang. Dazwischen befinden sich ein paar Groove Metal Einlagen, die ordentlich ins Ohr gehen. Der Gesang ist dabei ebenfalls auf einem Trampolin tätig. Mara switcht zwischen Gesang und Shouts im Sekundentakt, das aber nur selten. Meist ist der Aufbau klassisch und nach Schema F. Drummer Filip präsentiert viel Doublebass und heftige Blasts, die sehr nach Maschine klingen.

„Infinite Cloud“ ist der erste Song, der richtig überzeugen kann. So befinden wir uns in Gefilden von Soilwork; etwas langsamer, aber dennoch druckvoll. Allerdings sind die Übergänge und anschließenden Riffs nicht so gut ausgearbeitet und verblassen in der Belanglosigkeit.

„Debts of Imperfection“ bringt die Nu Metal Ader der Jungs hervor. Das klingt stellenweise ziemlich geil, also so richtig gut. Gerade der Gesangpart lässt Fanherzen der alten Schule höher schlagen, doch der Schein trügt. Die Metalcore-Keule ist allgegenwärtig. Mittlerweile gibt es nur noch eine Handvoll guter Metalcore Bands, die das eindeutig besser machen.

Man merkt schon, dass F.O.B. hier und da gute Momente haben, doch so richtig spielen sie ihre Trümpfe nicht aus.

F.O.B. (Copyright: F.O.B.)

F.O.B. (Copyright: F.O.B.)

Dazu kommt leider auch noch der Gesamtsound, der etwas abgedroschen ist. Immerhin kann man ihnen zugutehalten, dass sie nicht glattpoliert klingen, sondern eher recht natürlich. Stellenweise ist der Sound unausgewogen und man wird nur so beschallt mit Geräuschen. Wirklich unschön ist leider auch die Soloarbeit der Gitarristen. Man ist eher froh, wenn die Einlagen durch sind.

Den Anfang von „In the Name of the Good We Spread Evil“ könnt ihr direkt über den Beginn auf Neaeras „Armamentarium“ legen. Dazu gesellt sich ein Neo Thrashiger Touch. Der Song kann richtig was, denn sein Hauptaugenmerk liegt auf Tiefe und einer düsteren Stimmung. Endlich ein Song, der durchweg überzeugen kann. Er klingt wie aus einem Guss oder mit Konzept. Warum kann das ganze Album nicht so glänzen?

Naja, F.O.B. meinen es auf „… and Foes Have Become Our Masters“ wirklich gut. Man bringt viel unter und kann partiell abliefern. Gesamtsound, Songstrukturen und Ideenreichtum klingen jedoch nicht nach 20 Jahren Banderfahrung. So was kann man auch von einer Newcomer Band haben.

Video

Trackliste

01 The Adult Toys
02 Where the Spirits of the Dead Wander in the Living World
03 Infinite Cloud
04 The Hallway to Nowhere
05 Debts of Imperfection
06 Sons of Oblivion
07 My Failures Your Pleasures
08 Point of View
09 In the Name of the Good We Spread Evil
10 The Grand Collapse

Details

F.O.B. – Homepage
F.O.B. – Facebook

Label: MetalGate Records
Vö-Termin: 31.03.2015
Spielzeit: 38:40

Copyright Cover: MetalGate Records



Über den Autor

Marcus