Review

Zwar mit nur vier Tracks, aber vielen Ideen bringen F.A.T. ihren neuesten Streich „Animal“ an den Start. Der Sound der Band findet sich in einem Gewühl aus Noise, Rock und Ambient wieder, der mal raue und mal ruhige Wellen schlägt. Gute zwanzig Minuten lang darf man sich dem hingeben.

Bereis mit den ersten Klängen profilieren sich die Jungs mit strapazierenden Klängen über doch recht dynamischen Rock-Passagen. Dabei kommt besonders die jazzige Attitüde von „Animal“ zum Tragen. Gleichzeitig bemüht man sich, hier so viel Atmosphäre wie möglich zu schaffen.

Doch gleich fällt auf, dass der Einfluss des Noise die Songs stellenweise sehr stark behindert. Zwar will man das Gefühl eines chaotischen Sounds erschaffen, der bewusst gegen die Strömung der Norm schwimmt, aber dies tut man auf Kosten guter musikalischer Momente. So kann ein einziger monotoner, statischer Ton ganze Riffs unter sich begraben und man ist froh, wenn F.A.T. die Güte besitzen, diesen enden zu lassen.

Dennoch gibt es hier und da ein paar nette Ansätze wie beispielsweise in „Espoir Monopoly (Part 1)“. Hier stimmen nicht nur die abwechslungsreichen Rhythmen der Drums, sondern auch den Noise-Rock setzt man effektvoll um.
„Espoir Monopoly (Part 2)“ hingegen beschränkt sich ausschließlich auf den Ambient-Charakter der Platte. Das Tempo wirkt schwer und die Klänge atmosphärisch.

Auch wenn F.A.T. zuweilen schon mal etwas kreativen Freisinn durchblicken lassen, ändert das dennoch nichts an der Tatsache, dass dem Hörer nicht viel Neues geboten wird. Besonders in einem Genre, welches sich sowieso sehr willkürlich gestaltet, kann man keinen nennenswerten Charakter innerhalb des Sounds feststellen.

F.A.T. (Copyright: F.A.T.)

F.A.T. (Copyright: F.A.T.)

Hinzu kommt die ohnehin schon kurze Spielzeit des Albums, die man auch mit vier längeren Tracks nicht kaschieren kann. „Animal“ beginnt und endet abrupt. Zum Großteil tröpfelt es nur so an einem vorbei.

Schade um die doch manchmal gelungenen akustischen Einlagen, die hier fabriziert werden. Hätte man sich mehr darauf fokussiert und wäre das Arrangement der Songs anders angegangen, hätte man hier sogar ein solides Werk rausholen können. So allerdings gehen auch die besten Elemente ins Leere und am Ende bleibt kaum etwas Prägnantes übrig. Das Potenzial ist sicherlich vorhanden, genauso wie die enorme Luft nach oben.

Trackliste

01 Silex
02 Poire
03 Espoir Monopoly (Part 1)
04 Espoir Monopoly (Part 2)

Details

F.A.T. – Facebook

Label: Atypeek Music
Vö-Termin: 00.04.2016
Spielzeit: 21:20

Copyright Cover: Atypeek Music



Über den Autor

Christopher