Review

Von Liebe, Depressionen und anderen Alpträumen

Betrachtet man die Geschichte der Band Exit To Eden, die mit viel Auf und Ab durchzogen ist, soll mit dem vorliegenden Minialbum „Love And Other Nighmares“ ein offenbar „stabiles“ Stück geglückt sein. Im Vergleich mit Vorgängeralben wird hier offenbar mehr Experimentierfreude und eine gewisse Offenheit offeriert.

Dabei bleiben Exit To Eden ihrem Stil des „Goth ‚N‘ Roll“ treu, geben weiter ehrlichen Goth-Rock zum Besten und thematisieren „Love And Other Nightmares“ mit sieben Titeln rund um Liebe, Depressionen und andere Alpträume.

Zur EP

Einleitend kommt ein Sprech mit 1.10 Min, um auf das vorzubereiten, was da noch folgt. Viel (Herz-)Schmerz nämlich.

Mit Power, aber nicht unbedingt Vollgas, sondern eher einem Harley-Rider gleich, nimmt das Album also Fahrt auf und bewegt sich fortan zwischen Marilyn Manson, The 69 Eyes und einem guten Stück Grunge.

Die dunklen Themen werden auf diese Weise pointiert, sowohl textlich als auch musikalisch.

„Exorcizamus Te“ erinnert in Pattern und Aufbau sehr an Nirvanas „Big Long Now“, während „Without That Pain“ und „Bad Day“ Gemütslagen widerspiegeln, die tatsächlich an einen dunklen Ort transferieren.

Dafür aber kommt „EMS“ balladesk daher und gibt der Sache ein nettes Outro, da akustisch.

Exit To Eden (Copyright: Exit To Eden)

Im Grunde sind die Tracks „alltagtauglich“, wenn man das in diesem Zusammenhang überhaupt so sagen kann/darf. Warum? Man hat durch eine Gefühlswelt zu gehen, die einem ein Hoch und Tief präsentiert – so ist das Leben eben.
Aber die Songs bieten sich auch superb zum Chillen mit Bier in der Hand in der Frühlings- oder Sommersonne an, ob mit Freunden, oder schlicht allein – und den Mittelfinger ausstreckend. Vermutlich eine Spiegelung der derzeitigen Gefühlslage so vieler.

Fazit

Alles in allem ist das Album nett geworden, aber Formate wie Minialben sind schwierig. Man hätte daher gut daran getan, mehr Material auszuarbeiten und vielleicht etwas mehr Abwechslung zu präsentieren. So erscheinen die Titel etwas „dahingeschmissen“. Schade, denn dadurch wirkt „Love And Other Nightmares“ eher monoton, obwohl deutlich erkennbar ist, dass da noch so viel mehr ginge.

Nichtsdestotrotz: Hat was!

Video

Tracklist

01 Intro
02 Goth ‚N‘ Roll Head
03 Love At First Hate
04 Exorcizamus Te
05 Without That Pain
06 Bad Day
07 EMS

Details

Exit To Eden – Homepage | Exit To Eden – Facebook

Label: NRT-Records / Oomoxx Media
Vö-Termin: 17.01.2020
Spielzeit: 28:27

Copyright Cover: NRT-Records



Über den Autor

Daggy
Daggy
Es war einmal...vor langer Zeit..., ein Mädel aus Bayern, das den Sprung von einer katholischen Klosterschule schaffte und ans andere Ende Deutschlands reiste. Dort absolvierte sie als eine der ersten Frauen ihren Dienst bei der Marine. Von dort aus führte ihr Weg zu ihrem jetzigen Job, der sie seither rund um die Welt führt. So lebte sie bisher in den USA (Atlanta), Berlin (ohnehin ihre Wahlheimat), Indien (Mumbai) und derzeit China (Peking). Dabei ist das Reisen, als auch das Fotografieren ein wesentlicher Teil von ihr. Das Ganze wird untermalt von ihren "exzessiven" Konzert- und Festivalbesuchen, denn Musik öffnet überall auf der Welt Tür und Tor.