Review

Bulgarischer Death Metal? Das hört man auch nicht alle Tage. Aber schon Bands wie Nervecell aus Dubai bewiesen, dass guter Death Metal nicht nur aus Amerika oder Deutschland kommen kann. Daher lohnt es sich, immer mal wieder über den Tellerrand zu schauen. Mit der Band Eufobia ist dies möglich.

Sie sind seit 2008 aktiv und haben nun schon ihr drittes Album am Start. Die Platte hört auf den gleichen Namen wie die Band selbst, beherbergt aber keinen klassischen Death Metal. Vielmehr machen reichlich Metal, Thrash und ein paar Spielereien Eufobia zu einer Band, die man sich gerne mal anhören kann.

„Graveyard“ beginnt schön groovend und geheimnisvoll. Kurz darauf wird es nicht nur vom Sound her sehr thrashig. Das Tempo ist fix und die Riffs frisch. Zum Einstieg ein absolut grandioser Song.

Im weiteren Verlauf von „Eufobia“ kristallisiert sich der Thrash-Anteil immer klarer heraus. Durch gute Melodieläufe wie in „Liquid of Creation“ oder „Unspoken“ wird es zudem auch noch melodisch-deathig. Um Soloeinlagen sind die Gitarristen ebenfalls nicht verlegen; in „Devotion“ zeigen beide, dass sie die Schlachteplatte auch filigran bedienen können. Der absolute Wahnsinn, mit welcher Lässigkeit sie das alles rausprügeln.

Gerade Schlagzeuger Blago ist auf „Eufobia“ richtig schnell unterwegs und fährt dabei so ziemlich alle Geschütze auf, die ein Death Metal-Drummer drauf haben muss. Die anfangs erwähnten Spielereien kommen oftmals durch ihn zum Vorschein, was wirklich Spaß macht beim Hören.
Fronter Niki erinnert gerade in den Schreipassagen etwas an Revocation. Auch musikalisch kann man zu dieser Band einige Parallelen ziehen.

Eufobia (Copyright: Eufobia)

Was nach dem ersten Durchlauf etwas negativ ins Gewicht fällt, ist die Tatsache, dass den Hörer ein sehr hastiger Gesang durchdringt, der sich größtenteils hinter den Instrumenten versteckt, obwohl er das überhaupt nicht müsste. Weiterhin entnimmt man dem Booklet, dass drei Musiker der Band für Vocaleinlagen zuständig sind. Das kann gut gehen, oftmals ähnelt es aber einem „never-ending Gangshout“, der oft unangenehm beim Hören ist. Die musikalische Performance von Eufobia macht dies meist wieder wett.

Energie haben die Jungs auf jeden Fall, das kann man nicht bestreiten. Sehr interessant klingen sie ebenfalls. Einzig die Stimmen machen dem Hörer manchmal einen Strich durch die Rechnung. Da hier aber nicht nur nach Schema F gezockt wird, kann man die Kombo wärmstens empfehlen. Vor allem, aber nicht nur für Fans von Revocation.

Video

Trackliste

01 Graveyard
02 Hater
03 Liquid of Creation
04 Devotion
05 Fat Sack of Shit
06 Unspoken
07 Lust
08 Scarecrow
09 Cyber Pervert
10 Tears of Defloration

Details

Eufobia – Homepage
Eufobia – Facebook

Label: Wizard LTD
Vö-Termin: 31.10.2016
Spielzeit: 30:05

Copyright Cover: Wizard LTD



Über den Autor

Marcus
Marcus