Review

Zum Wochenende geben sich Eradicator mit ihrer aktuellen Platte „Slavery“ zum Metal-Klassentreffen die Ehre. Thrash im Old School Stil steht auf dem Programm. Man darf also eine Menge Humpa-Beats, politische Antipathie und viel Geschredder erwarten. Elf Songs, 43 Minuten Gebolze, los gehts.

Den Spirit des Thrash Metals wieder aufleben zu lassen, haben sich bereits mehrere Bands mit zackigem Schriftzug zur Aufgabe macht. So auch Eradicator, allerdings klingt ihr Sound neben den typischen nostalgischen Riffs zudem noch ansatzweise sehr frisch und nicht zu abgedroschen.

Nach dem akustischen Intro steigt man mit „Of Ashes And Sand“ direkt mit Hochgeschwindigkeit ein. Dabei sind viele der Riffs und Tonabfolgen auf „Slavery“ äußerst catchy, da sie sich oft sehr flüssig ihren Weg durch die Gehörgänge bahnen. Aber neben dem Strapazieren der Leersaiten kommen Eradicator auch mal melodisch daher.

Dominanter und kratziger Gesang darf dazu natürlich nicht fehlen. Klingt das ganze Album durch sehr solide und hörbar, dennoch auf Dauer eintönig. Zwar wird dieser an manchen Stellen durchaus variiert, aber im Großen und Ganzen mangelt es an Abwechslung. Aber im Thrash Metal gehört so etwas nun mal zum guten Ton.

Eradicator (Copyright: Tom Row / Heaven Roxx, Frontrow Images)

Eradicator (Copyright: Tom Row / Heaven Roxx, Frontrow Images)

Und Thrash Metal bleibt nun einmal auch Thrash Metal. Dieses Konzept zieht sich durch die komplette Platte. Viel Neues darf man als Hörer nun mal nicht erwarten. Hier und da schleichen sich Metallica-Geholze und Reinkarnationen aus der Hölle à la Slayer ein. Aber wahre Kuttenträger sollte so was auch nicht stören, da man ja eigentlich nur einen Rhythmus für die Windmühle braucht.

Dennoch lassen Eradicator auch mal ihre innovativere Seite zum Vorschein kommen. Gut hörbar im viel zu kurzen Song „Bloodbath“ oder in „Smash The Masquerade“. Hinzu kommt eine gewisse junge Attitüde, die nicht zu angestaubt wirkt.

Live sollten Eradicator mit ihrer Energie einiges reißen können, da diese bereits beim Hören für Bewegung sorgt. Allgemein bleibt leider der große Durchbruch, den man an jeder Ecke erwartet, aus. Fans der alten Schule, die zwischen den Riffs nicht zu viele Spinnweben wollen, bekommen mit „Slavery“ dennoch eine volle Packung frischen Thrash, der trotzdem „true“ ist. Versklavung an den Sound inklusive.

Video

Trackliste

01 Intro
02 Of Ashes And Sand
03 Evil Command
04 Two Thousand Thirteen
05 Scars
06 Bloodbath
07 One Man Jury
08 Manipulhate
09 The States Of Atrocity
10 Smash The Masquerade
11 Slavery

Details

Eradicator – Homepage
Eradicator – Facebook

Label: Yonah Records / Membran
Vö-Termin: 30.01.2015
Spielzeit: 43:01

Copyright Cover: Yonah Records



Über den Autor

Christopher