Review

Mit ihrem 2016 erschienenen Album Armageddon“ erreichte die in Oberbayern gegründete Formation Equilibrium Platz fünf der deutschen Charts. Ihr neues Album Renegades“ soll es nun dem Vorgänger gleichtun. Unterstützung erhält die Band für dieses Vorhaben in zwei Tracks von The Buchter Sisters und Julie Elven. Und auch ihr Label Nuclear Blast scheint optimistisch und beschreibt das aktuelle Werk folgendermaßen:

Epischer, monumentaler Metal von beachtlicher Größe ist das, was EQUILIBRIUM hier zusammengezimmert haben, wuchtig und modern produziert und angereichert mit allerlei Zeitgeist. Da gibt es elektronische Elemente ebenso wie große Soundtrack-Arrangements, rockige Ausbrüche und auch einen überraschenden Rap-Part von den Rapcore-Grobianen BUTCHER SISTERS. Doch eh jetzt wieder jemand meckert: Es funktioniert, es passt – und es ist vor allem immer noch EQUILIBRIUM. Vielleicht sogar mehr denn je!

Glaubt man den Worten des Labels, wird dem Käufer bei der neuen Scheibe also Hören und Sehen vergehen.

Die Anzahl der Songs, nämlich neun Tracks, wirken auf den ersten Blick jedoch ein bisschen wenig für ein Album. Somit muss bei „Renegades“ die Qualität über der Quantität stehen. Dass dies gelingen könnte, zeigten bereits die Titel „Path Of Destiny“ und „Renegades – A Lost Generation“, die schon als Singles ausgekoppelt wurden.

Die Tracks

„Renegades – A Lost Generation“ eröffnet sodann auch das Album und beginnt mit einem epischen Vorspiel, welches gleich das Können der Band präsentiert. Der Track ist sowohl musikalisch als auch gesanglich mitreißend und eingängig. Hervorzuheben sind hier die Elektro-Parts, die den Song aufpeppen. Die sich wiederholenden Gitarrenriffs wirken sehr treibend, sodass man sich schon beim ersten Hören dabei ertappt, die Melodie des Refrains mitzusummen. Als Titelsong für das Album absolut passend.

Etwas ruhiger wirkt „Tornado“. Der cleane Gesang sticht hier besonders hervor. Zwischendurch gibt es eine Art Sprechgesang, welcher sich mit dem Klargesang und dem Growling abwechselt. Auch in diesem Track wird das Ganze mit Synthesizern unterstützt. Der Song berührt sowohl textlich als auch musikalisch das Herz.

Himmel und Feuer“ ist sehr schnell und vorantreibend, während der Synthesizer-Sound einen dezenten futuristischen Charme versprüht. Zudem ist der deutsche Text hervorzuheben. Dieser wirkt beim Growlen deutlicher gesungen als die englischen Texte der anderen Songs. Zwischendurch gibt es außerdem einen marsch-ähnlichen Instrumentalpart. Die Melodie ist hier extrem eingängig und wirkt sehr positiv.

Leicht orientalisch angehaucht klingt anschließend „Path Of Destiny“ in seiner Einleitung. Der cleane Gesang fällt sehr leidenschaftlich aus und fügt sich perfekt in den Melodieverlauf ein. Völlig unerwartet kommt nach einer Art Breakdown ein auf Deutsch gerappter Part von The Butcher Sisters. Dieser wird von einem Synthesizer-Part abgelöst.

„Moonlight“ klingt in seinem Opening zunächst etwas ruhiger. Dies ändert sich aber dann in der ersten Strophe, in der man die gewohnte Härte der Band serviert bekommt. Zurückgenommen wird diese durch Piano-Parts und den cleanen Gesang. Letztgenannter verpasst dem Hörer zudem eine Gänsehaut.

Futuristischer Synthesizer-Sound leitet das folgende „Kawaakari – The Periphery Of The Mind“ ein. Gleich im Anschluss bekommt man die volle Breitseite an hartem Epic Metal Sound ab und es scheint, als wolle die Band mit diesem Track alle anderen Songs an Schnelligkeit überbieten. Nur die cleanen Gesangparts scheinen das Tempo kurzzeitig zu drosseln.

„Final Tear“ setzt auf Atmosphäre und wirkt sehr melancholisch, düster und schwerfällig. Ein Zwischenpart mit einer Kinderstimme, die von Synthesizer-Sound untermalt wird, lässt den Hörer kurz durchatmen. Ebenso schont ein ausgiebiger Instrumentalpart ein wenig die Ohren.

Equilibrium (Copyright: Equilibrium)

Mit Piano- und Elektrosound wird „Hype Train“ begleitet. Die Gesangparts von Julie Elven werten den Track deutlich auf und verleihen dem Sound eine zerbrechliche Note. Der Gegensatz zwischen den weiblichen und den gegrowlten Parts machen den Song sehr abwechslungsreich und tanzbar.

Mit ruhigem Piano und sphärischem Synthesizer-Sound wird „Rise Of The Phoenix“ minutenlang rein instrumental eingeleitet. Es fügt sich dann der gewohnte Metal-Sound und das Growling ein. Der Song ende mit einem epischen musikalischen Outro, bestehend aus Piano, Synthesizer und Orgel. Ein wahrlich würdiger Abschluss für dieses Album.

Fazit

Dass dem Käufer von „Renegades“ Hören und Sehen vergehen wird, war nicht zu viel versprochen. Die Songs sind alle in ihrer eigenen Art musikalisch perfekt. Vor allem die cleanen Gesangparts sind besonders hervorzuheben. Das Growlen ist nach wie vor gewöhnungsbedürftig und es bedarf einer gewissen Übung, die Texte zu verstehen. Alles in allem lassen aber sowohl tanzbare als auch ruhigere Songs und volle Metal-Bretter keine Wünsche offen.

Video

Tracklist

01 Renegades – A Lost Generation
02 Tornado
03 Himmel Und Feuer
04 Path Of Destiny (feat. The Butcher Sisters)
05 Moonlight
06 Kawaakari – The Periphery Of The Mind
07 Final Tear
08 Hype Train (feat. Julie Elven)
09 Rise Of The Phoenix

Details

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Label: Nuclear Blast
Vö-Termin: 23.08.2019
Spielzeit: 42:28

Copyright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem