Review

Epitaph sind Urgesteine im Bereich der Rockmusik. Nach Gründung im Jahre 1969 folgten bis dato zahlreiche Studio- und Livealben, Auftritte im Beat Club und im Rockpalast sowie Tourneen mit u.a. Joe Cocker und ZZ Top. Dass sie ihre Hochzeit zwar in den 70er Jahren hatten, aber auch 2016 noch im Rockzirkus mitmischen können, beweist die Band auf ihrem aktuellen Album „Fire From The Soul“.

Für dieses retrocharmante Werk beschränken sich Epitaph jedoch nicht nur auf ihre eigenen Stärken, sondern holten sich zudem tatkräftige Unterstützung mit Gastmusikern wie Pete Sage (Santiano), Tim Reese (Truckstop) und Klaus Henatsch (Nektar, Big Mama). Darüber hinaus lauscht man zusätzlichen weiblichen Vocals im Song „Spark To Start A Fire“, der dadurch phasenweise eine gewisse Epik von Titeln wie denen von Meat Loaf annimmt.

Ganz so zeitlos, wie die Herren hier wahrgenommen werden wollen oder der soeben als Vergleich genannte Meat Loaf es ist, wirken Epitaph allerdings nicht. Die Produktion von „Fire From The Soul“ ist druckvoll und klar, die Titel besitzen eine Melodiosität, die unaufdringlich die Klasse des Genres auszudrücken vermag, aber dass die Band auf eine lange Bandgeschichte zurückblicken kann und somit ihre Wurzeln nicht leugnet, ist ebenfalls unumstritten. Und so werden Liebhaber moderner Rock-Klänge ohne Sinn für traditionelle Ausrichtungen eher weniger mit „Fire From The Soul“ anfangen können. Stattdessen finden hier Fans des klassischen Rocks mit teils progressiven Strukturen ihr Glück.

Epitaph (Copyright: Epitaph)

Epitaph (Copyright: Epitaph)

Dieses Glück weitet sich dann auch schon mal in Entzücken aus, wenn Epitaph die gesamte Bandbreite ihres Könnens präsentieren. Auf „Fire From The Soul“ stimmt nicht nur die Balance zwischen typischen Rocknummern und waschechten Balladen, sondern ebenfalls die Vielschichtigkeit innerhalb der einzelnen Songs. Besonders beeindrucken sind in diesem Zusammenhang die integrierten Violinen und die mehrstimmigen Chorgesänge. Dies alles zusammen bringt der Titeltrack – wenn nicht unbedingt auf den Punkt, so aber doch auf knapp neun Minuten Spielzeit – unter. Sinfonische tragende Momente, Akustikklänge, E-Gitarren wechseln und ergänzen sich gegenseitig wie balladeske und rockige Momente. Der Song verliert auch auf seiner langen Laufzeit nichts an Spannung.
Dass Epitaph ein Händchen insbesondere für die ruhigeren Stücke haben, zeigt sich auch an „Sooner or Later“.

Davon abgesehen sind es aber natürlich die soliden Rocker auf „Fire From The Soul“, die vielleicht nicht immer mit den innovativsten Gitarrenkunststücken auffahren, dafür aber zum fröhlichen Mitgrooven einladen. In diesem Sinne schlagen hier Genrefans zu.

Tracklist

01 Nightmare
02 The Way It Used To Be
03 Fighting In The Sreet
04 No One Can Save Me
05 Any Day
06 Man Without A Face
07 Fire From The Soul
08 Spark To Start A Fire
09 Love Child (Bonustrack)
10 Sooner Or Later
11 Rondo Alla Turca
12 One Of These Day

Details

Epitaph – Homepage
Epitaph – Facebook

Label: MIG / Indigo
Vö-Termin: 18.03.2016
Spielzeit: 57:26

Copyright Cover: MIG



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde