Review

Enola wollen mit ihrem poppigen und gleichzeitig energiegeladenen Sound etwas mehr Farbe in die düstere Jahreszeit bringen. Ihre EP „Of Life“ umfasst sechs Songs, mit denen der Hörer einen kurzen musikalischen Ausflug in die eingängigen und lebensfrohen Rhythmen der Band unternehmen kann.

Wenngleich lebensfroh im Falle von „Of Life“ vielleicht ein mehr oder weniger schwammiger Begriff zu sein scheint, denn bevor es zur obligatorischen Pop-Punk-Hook kommt, zieht sich oftmals ein starker Emo-Vibe durch die Titel. So etwas frischt den sehr einseitigen Punk-Nachgeschmack immer wieder auf.

Obwohl man zunächst beim Einsteiger „If The Stars Align“ denken könnte, dass Enola diesbezüglich ausschließlich die allseits beliebte Formel verfolgen, gibt es auf der Platte dennoch viele Momente, in denen sich die Jungs stark von diesem Sound distanzieren. Immerhin zu Beginn. Denn danach verfallen Enola in genau das gleiche Muster wie im vorherigen Titel: Geradliniges Riffing und möglichst melodischer Gesang, den man schon bei jeder x-beliebigen Pop Punk Band gehört hat. Dies hinterlässt eine Leere beim Hören; vor allem dann, wenn Songs wie „Saving Grace“ die Erwartungen anfangs direkt hochschrauben und in den ersten Minuten auch erfüllen können. Doch dann wirft die Band dem Konsumenten abermals den gleichen vorhersehbaren Sound vor, den man über die gesamte Länge von „Of Life“ erwarten kann. Nicht einmal gesanglich wird großartig differenziert. Hier und da wird ein wenig gebrüllt, ansonsten bleibt alles andere nicht wirklich erwähnenswert.

Enola (Copyright: Enola)

Enola (Copyright: Enola)

Allein bei „Jc x 2“ bekommt man angesichts der dynamischen Riffs einen Song, der zwar sehr straight forward, aber immer noch einigermaßen mitreißend ist. Selbst der poppige Refrain nimmt dem Titel nicht die härtere musikalische Intention.

Und ja, es ist durchaus vorstellbar, dass Enola wirklich vielen Ansprüchen gerecht werden können, besonders live. Unter einer soliden Produktion ergeben sich hier durchaus zugängliche Stücke, an denen man sich sehr angenehm entlang hangeln kann.

Aber die Tatsache, dass hier noch so viel Luft nach oben ist, ist Grund genug, dass Enola hier nichts anderes abliefern, was nicht schon oft genug gemacht wurde. Es kommt kaum ein prägnanter Charakter auf und es ist kein Hang zum Risiko ersichtlich.

Sicherlich, allein für den Spirit hörenswert, aber dann doch nicht für jeden.

Video

Trackliste

01 If The Stars Align
02 Saving Grace
03 No Longer My Own
04 Sundays
05 Jc x 2
06 Take It Outside

Details

Enola – Facebook

Label: Midsummer Records
Vö-Termin: 28.10.2016
Spielzeit: 22:08

Copyright Cover: Midsummer Records



Über den Autor

Christopher