Review

Nach ihrem Debütalbum im Jahr 2018 haben Enemy Inside nun ihr neues Album „Seven“ fertiggestellt.

Die aus Aschaffenburg stammende Band wurde im Jahr 2017 gegründet und ließ sich für „Seven“ von dem Thema der sieben Todsünden inspirieren. Doch laut Label ROAR geht es dabei „nicht um die christliche Tradition, sondern darum, die heutige Gesellschaft in Frage zu stellen und sie in ihrer gegenwärtigen Form zu interpretieren. Mit Lust, Völlerei, Gier, Trägheit, Zorn, Neid und Stolz, ob das nun Sünden sind oder nicht, wird man auch heutzutage noch kontinuierlich konfrontiert.“. Ferner heißt es: „Obwohl die Band mit der Kombination aus harten Gitarrenriffs und eingängigen Hooklines an ihren Wurzeln festhält, schlägt sie mit einem noch zeitgemäßeren Sound zu und überrascht mit neuen musikalischen Elementen.“. Hören wir also rein!

Die Tracks

Der Opener „Crystallize“ überzeugt sofort durch die Kombination aus zarter Stimme und harten Riffs. In den Strophen hat man den Eindruck, dass die Instrumente sich sehr zurücknehmen, um der zauberhaften Stimme von Frontfrau Nastassja Giulia Raum zu lassen.

Ein schwerer Gitarrensound, der mit Drums durchdrungen ist, leitet „Alien“ ein. Der Track besitzt trotz des vorantreibenden Rhythmus eine gewisse Schwere und Traurigkeit. Man wundert sich an manchen Stellen, was Nastassja Giulia gesanglich alles auf dem Kasten hat. Denn plötzlich wird aus der zarten Stimme ein fast schon grunzendes Growlen.

Der Sound von „Release Me“ geht ganz tief ins Trommelfell. Unweigerlich beginnt man ab der ersten Sekunde, mit dem Kopf zu nicken. Neben den gnadenlos durchmarschierenden Drums sind auch zarte Töne zu hören, die an ein Glockenspiel erinnern. Der Gesang ist stark und zerbrechlich zugleich.

Ein Klavierintro bekommt „Break Through“ verpasst. Klavier und Gesang bilden zunächst einen harmonischen Klang, der sehr zart wirkt. Später kommen dann Elektro-Beats hinzu, die hervorragend dazu passen. Diese werden nach und nach mit Gitarre, Drums und Bass ergänzt, sodass sich ein dichter Klangteppich unter die Stimme legt.

Bei „In My Blood“ sind zunächst verstimmte Klaviertöne zu hören, die dann mit Elektrosound ergänzt werden. Sobald die Stimme einsetzt, bekommt man sofort Gänsehaut. Im Refrain herrscht der Metal-Sound vor, die Strophen sind hingegen fast schon zart gehalten und man hört einzelnen Töne des Klaviers gut heraus. Im weiteren Verlauf präsentiert die Band dann noch einen männlichen Gesangspart, welcher den Text „In my blood“ wie ein Echo screamt.

„Bulletproof“ ist im Intro stark von Synthesizersounds geprägt, während der restliche Song im handfesten Metal-Sound daherkommt. Ein Gitarrensolo darf hier natürlich auch nicht fehlen.

Der Titeltrack des Albums, „Seven“, wartet mit einem auffallenden Gitarrenpart im Intro auf. In den Strophen ist der Bass sehr präsent und übertönt teilweise den Gesang. Der Track hat einen guten Drive und man merkt erneut, welche Kraft hinter der Gesangsstimme steckt. Ab der Mitte gibt es einen ziemlich langen Sprechpart, der dann kurz durch ein Screaming abgelöst wird, um dann wieder zum Refrain zurückzukehren.

Enemy Inside (Copyright: Enemy Inside)

Mit Klavier und Synthie-Sound wird „Black Butterfly“ eingeleitet. Der Synthie-Sound wird aber recht schnell durch die klassischen Instrumente abgelöst. Dennoch birgt der Titel eine gewisse Traurigkeit, welche vor allem durch den Klavier-Sound verstärkt wird.

Nach den Songs „Black And Gold“ und „Dynamite“ präsentiert die Band mit „Crush“ zum Abschluss ein Cover von Jennifer Paige. Das Original stammt aus dem Jahr 1998 und daraus wurde ein wunderschöner melancholischer Song geschaffen, der schön langsam ist und die Stimme von Nastassja Giulia perfekt zur Geltung bringt. Den Song muss man einfach auf sich wirken lassen.

Fazit

Jedem Song auf „Seven“ merkt man die Experimentierfreude von Enemy Inside an. Immer wieder sind Elemente zu vernehmen, die man so nicht in einem Metal-Song erwarten würde. Das Zusammenspiel von Gesang und Instrumentierung ist perfekt aufeinander abgestimmt und insbesondere Sängerin Nastassja Giulia überrascht und begeistert durch ihre stimmliche Vielfalt. Einziges Manko, es fehlt dem Album an einem wahren Knaller-Track mit „Hitpotenzial“.


Seven (Digipak)

Video

Tracklist

01 Crystallize
02 Alien
03 Release Me
04 Break Through
05 In My Blood
06 Bulletproof
07 Seven
08 Black Butterfly
09 Black And Gold
10 Dynamite
11 Crush (Jennifer Paige Cover)

Details

Enemy Inside – Homepage | Enemy Inside – Facebook

Label: ROAR / Soulfood
Vö-Termin: 27.08.2021
Spielzeit: 51:36

Copyright Cover: ROAR



Über den Autor

Selina
Carpe Noctem