Review

Der Song „Haunt Me“, zu dem bereits ein Musikvideo produziert wurde, empfängt den Hörer auf der 4-Track-EP „Teach You How To Leave“ von Endless Heights. Doch wer jetzt denkt, sich damit im Soundtrack zu „Fifty Shades Of Grey“ wiederzufinden, der täuscht, denn obschon „Haunt Me“ namentlich dort sicherlich reinpassen würde (denkt man beispielsweise an Beyonces „Haunted“) sind die Urheber des Tracks weit davon entfernt, auf massenkompatiblen, konzipiert wirkenden Kuschelkurs zu gehen. Vielmehr bringen Endless Heights auf „Teach You How To Leave“ ihren Sound unverfälscht an die Fans vom Hardcore Grunge und versprühen dabei eine gewisse Underground Atmosphäre, ohne es an Qualität missen zu lassen, die sich mit den ganz Großen messen lassen kann.

Statt mit Handschellen fesseln die fünf Jungs ihre Hörer dabei mit ihrer Musik und der ihr innewohnenden Stimmung. Auf den ersten Blick respektive aufs erste Hören wirken die Songstrukturen recht simpel, insbesondere das Schlagzeug offenbart diesbezüglich aber beim intensiveren Konsum interessante Feinheiten, die für reichlich Abwechslung sorgen. Dies ist schon im Opener „Haunted“ festzustellen und auch im Folgenden setzt sich das facettenreiche Fellverprügeln weiter fort.

Der druckvollen Produktion ist zu verdanken, dass neben den massiven und oftmals schrebbeligen Gitarrenwänden das Spiel des Mannes im Hintergrund gelungen zum Ausdruck kommt. Insgesamt unterstreicht der Sound die musikalische Ausrichtung, dessen Fundament stets markante Grunge-Einflüsse bilden, die um Hardcore und punkige Anleihen ergänzt werden. Entsprechend genretypisch mangelt es den vier Tracks auf „Teach You How To Leave“ nicht an instrumental spürbaren Disharmonien, während gesanglich mal die Punk-Attitüde, mal die aggressivere Hardcore Ausrichtung dominiert.

Endless Heights (Copyright: Endless Heights)

Endless Heights (Copyright: Endless Heights)

Startet „Haunt Me“ im positiven Sinne schleppend und beinahe melancholisch, ziehen Endless Heights schon mit „Whisper“ das Tempo merklich an. Indem man aber die Geschwindigkeit innerhalb eines jeden Songs immer wieder variiert, kommen sowohl die lässigen, optimistische Resignation ausstrahlenden Parts als auch die schnelleren, aggressiveren Passagen sehr energetisch und dynamisch daher. Der zunächst warme Gesang wird von „Haunt Me“ zu „Whisper“ punkiger. Je nach zu vermitteln wollender Stimmung passt sich die Stimme und der Gesangsstil den Songs an und bleibt trotzdem ein kleines Aushängeschild von Endless Heights. So auch im mehr in Richtung Alternative Rock/Metal denn Hardcore Grunge schielenden Titeltrack.

Versäumt der Hörer aber, sich die EP „Teach You How To Leave“ genauer und mehrmals anzuhören, könnte oberflächlich der fälschliche Eindruck entstehen, dass sich die Lieder zu sehr ähneln und mehr Krach als Musik geboten wird. Daher wird dringend empfohlen, sich die (leider nur) vier Songs des Öfteren zu Gemüte zu führen. Leicht machen es einem die hervorragenden Melodien, die geradezu zum wiederholten Hören einladen. Anschließend wird „Teach You How To Leave“ nicht nur gefälliger, sondern geht einem zudem nicht mehr aus dem Kopf. Und nicht vergessen: Augen- bzw. Ohrenmerk aufs Schlagzeug – es lohnt sich.

Video

Tracklist

01 Haunt Me
02 Whisper
03 Teach You How To Leave
04 Alabaster

Details

Endless Heights – Homepage
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Label: Uncle M MusicAnchors Away Records
Vö-Termin: 14.08.2015
Spielzeit: 13:04

Copyright Cover: Uncle M Music / Anchors Away Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde