Review

Emmure sind so bekannt wie ein bunter Hund; wer den Namen hört, hat sofort Breakdowns, Hardcore-Lyrics und kompromisslose Härte im Kopf. Seit ihrem Album „Eternal Enemies“ ist es jedoch ruhig um die Band geworden. Inzwischen hat sich das Line-up um den verbliebenen Sänger Frankie Palmeri komplett verändert und mit seiner neuen Besetzung steht nun das nächste Werk namens „Look At Yourself“ an. Der Kult von Emmure geht also in die nächste Runde.

Bei dieser Band steht und fällt viel mit den Grooves und Frankie am Mikro. Bis zum Album „Slave to the Game“ konnten Emmure diesbezüglich überzeugen; hörte man dann „Eternal Enemies“, stellte sich schon das Gefühl des „bereits gehört“-Phänomens ein, auch wenn es hier und da immer noch Riffs gab, die ziemlich gut im Gedächtnis blieben. Jetzt kommt „Look At Yourself“ und man wird feststellen, dass nicht nur das Cover, sondern auch die Riffs vor Ideenlosigkeit nur so strotzen.

Viele werden Neuzugang Josh Travis von Bands wie Glass Cloud oder The Tony Danza Tapdance Extravaganza kennen. Dort sorgt er mit tiefen Gitarrensounds für mächtig Dampf. In genau die gleiche Kerbe schlägt er bei Emmure, jedoch äußerst kompromisslos und deutlich störender als es sonst der Fall war.

Gute Grooves wie im Song „Natural Born Killer“ findet man außerdem sehr selten. Mit diesem Track fühlt sich der Hörer an das Album „Slave To The Game“ zurückerinnert, auf dem auch mal ein paar Two-Step-Momente anzutreffen sind, die den Breakdown-Einheitsbrei auflockern. Auch „Torch“, der Titel mit der wahrscheinlich größten Tiefe und Kraft, präsentiert ebenfalls einen Two-Step-Part, der an alte Zeiten erinnert.

Emmure (Copyright: Jason Mageau)

In den ehemaligen Songs von Emmure fanden einst auch Melodien ihren Platz. Darauf muss bei „Look At Yourself“ verzichtet werden.
„Flag Of The Beast“, einer der etwas gelungeneren Tracks, kann auch nur überstehen, da er ein solides Songwriting besitzt. Rein rifftechnisch brilliert er nicht.

Für echte Emmure-Fans zählen jedoch die positiven Aspekte des Albums: Frankie leistet wieder hervorragende Arbeit und gibt Gas, während Breakdown an Breakdown für ordentlich Druck im betreffenden Titel sorgen.

Schade, man hat sich viel vom neuen Line-up erhofft. Die Erwartungen erfüllt jedoch vorrangig nur Frankie, während die Riffs sowie das angezogene Tempo nicht begeistern können.
Fans greifen zu, alle anderen sollten sich an den letzten Platten der Band satthören.

Video

Trackliste

01 You Asked For It
02 Shinjuku Masterlord
03 Smokey
04 Natural Born Killer
05 Flag Of The Beast
06 Ice Man Confessions
07 Russian Hotel Aftermath
08 Call Me Ninib
09 Major Key Alert
10 Turtle In A Hare
11 Torch
12 Derelict
13 Gucci Prison

Details

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Label: SharpTone Records
Vö-Termin: 03.03.2017
Spielzeit: 31:29

Copyright Cover: SharpTone Records



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Marcus
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