Review

„The Grave“, der Opener des Albums „Sacrifice to Venus“ von den Emil Bulls, ist in zweierlei Hinsicht eine bemerkenswerte Nummer: Zum einen gibt es vom ersten Moment an direkt auf die Fresse und zum anderen durchlebt der Song einen recht atypischen Verlauf. Da wo andere Bands zunächst langsam anfangen und sich dann gemächlich steigern, starten die Emil Bulls mit derben Growls und harten Sounds, wodurch sie den Hörer zunächst effektiv schocken. Erst nach einiger Zeit bekommt „The Grave“ eine stimmige Struktur und einige sehr gelungene Klargesang-Passagen verpasst. Trotzdem oder gerade deswegen ist „The Grave“ ein geiler Einstieg in diese Scheibe.

Strukturierter und äußerst drumlastig startet das folgende „Hearteater“.
Der Track entwickelt sich spannend zum Refrain hin, der das absolute Highlight darstellt. Charakteristisch sind die stark nach vorne gestellten Drums, die hervorragend wirken und extrem genial gespielt werden. Freunde des gepflegten Fellgeprügels kommen bei dieser Nummer auf jeden Fall voll und ganz auf ihre Kosten.

Der perfekte Soundtrack, um einmal in gemütlicher Runde amtlich zu eskalieren, ist „Pants down“. Dieser Track dient insbesondere einem Zweck: Den oder im Idealfall die Hörer dazu zu animieren, sich möglichst schnell und intensiv im Takt zu bewegen. Hierbei sollten möglichst alle Körperteile einbezogen werden. Wie man es richtig macht, zeigen die Emil Bulls eindrucksvoll im Video zum Song, welches ihr am Ende dieses Reviews findet. „Pants down“ ist auf alle Fälle ein mächtiger Ohrwurm, den man so schnell nicht mehr aus dem Kopf bekommt.

Emil Bulls (Copyright: Emil Bulls)

Emil Bulls (Copyright: Emil Bulls)

„Sacrifice to Venus“, der Titeltrack dieses Albums, startet relativ melodisch. Jedoch wird dies immer wieder durch kleine Effekte durchbrochen, was dem Titel eine gewisse Kantigkeit verleiht, die ihm aber sehr gut steht.
Genauso verhält es sich mit dem Gesang, der immer wieder zwischen klaren und gegrowlten Momenten wechselt. Auch dies wird gelungen umgesetzt, sodass „Sacrifice to Venus“ ebenfalls überzeugt.

Bei dem Titel „Keep on Dreaming“ denkt man unwillkürlich an eine wunderschöne Ballade, die zum Kuscheln und Träumen einlädt. Doch nicht in diesem Fall. Auch aus diesem Track machen die Emil Bulls eine harte Nummer, die vor allem durch hohe Geschwindigkeit und eine aggressive Grundstimmung auffällt. Lediglich der Refrain ist insgesamt ein wenig „positiver“, auch wenn hier als Kontrast zusätzlich auf Growls gesetzt wird.

Die Emil Bulls haben mit „Sacrifice to Venus“ eine Scheibe an den Start gebracht, welche die Boxenmembrane schädigen kann, da man nicht anders kann, als dieses Album auf maximaler Lautstärke zu konsumieren, denn erst dann macht es so richtig Spaß. Obwohl sich die Struktur der jeweiligen Songs teilweise ziemlich ändert, sind die Tracks sehr individuell und in sich stimmig ausgearbeitet, wodurch es zu keinem Zeitpunkt zu Langeweile kommt. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass die Emil Bulls mit dieser Scheibe ganz großes Kino präsentieren.

Video

Tracklist

01 The Grave
02 Hearteater
03 Pants Down
04 I wann feel You
05 Rainbows and Butterflies
06 The Way of the Warrior
07 The Reckoning
08 The Age of Revolution
09 Sacrifice to Venus
10 Gone Baby Gone
11 Man or Mouse
12 Keep on Dreaming
13 Behind the Sun

Details

Emil Bulls – Homepage
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Label: AFM Records
Vö-Termin: 08.08.2014
Spielzeit: 53:13

Copyright Cover: AFM Records



Über den Autor

Stefan †
Stefan †
Die Lücke, die Stefan als Magazinmitbegründer, Administrator, Redakteur und Freund durch seinen plötzlichen und viel zu frühen Tod im Dezember 2014 hinterlässt, bleibt groß. Er wird immer in unseren Herzen und ein Teil des DeepGround Magazines bleiben.