Review

Die Folk-Metal-Formation mit dem klangvollen Namen Eluveitie hat Anfang April ihr siebtes Studioalbum mit dem Titel „Ategnatos“ veröffentlicht.

Die Band möchte damit einen Hauch heidnischen Glaubens, Spiritualität und Mythologie in die heutige Zeit bringen.

Das Album soll das bisher stärkste Werk der Band sein und wird vom Label Nuclear Blast folgendermaßen beschrieben:

»Ategnatos«, ein Werk, das auf urzeitlichen Archetypen und dem uralten Erneuerungskonzept basiert, entfaltet eine elementare Kraft, auf die man sich erst vorbereiten muss. Kein Wunder, dass das Album einem entschieden dunkleren, monumentalen Ton folgt, der sehr gut dazu passt. Natürlich haben ELUVEITIE schon lange ihren ganz eigenen typischen Klang gefunden, ein klangliches Abenteuer, das schon oft nachgeahmt, aber dennoch nie übertroffen wurde.

Auf alten Pfaden

Die 16 Tracks sollen den Hörer auf alte Pfade führen. Dies gelingt bereits mit dem Titeltrack „Ategnatos“. Ein Erzähler führt in die Geschichte ein. Begleitet wird dieser von Streichern und Trommeln. Das Wort Ategnatos wird mit fast schon himmlischem Gesang mehrmals wiederholt. Die E-Gitarre und Shoutings setzen etwa ab der Mitte des Tracks ein und bilden die härtesten Elemente in diesem Song.

Mit „Ancus“ schließt sich ein nur 11 Sekunden dauerndes Stück an. Wind und eine weibliche Erzählstimme sind zu hören. Der Song geht dann nahtlos in „Deathwalker“ über. Dieser klingt zu Beginn ganz traditionell, wird jedoch schnell mit hartem Sound überlagert. Das Zusammenspiel zwischen Growling und dem Gesang von Fabienne Erni bietet einen guten Kontrast. Der Refrain ist sowohl melodisch als auch textlich sehr eingängig. Zwischendurch ist wieder eine kleine Erzählung zu hören.

„Black Water Dawn“ klingt anfangs durch die Flöte sehr lieblich. Diese zieht sich durch den gesamten Song. Die Tempowechsel und der unterschiedliche Einsatz der Instrumente machen den Song interessant. Wenn Fabiennes Gesang einsetzt, wird die Gitarre ruhiger.

Mystisch und sphärisch beginnt „A Cry In The Wilderness“. Dies schlägt jedoch sofort in harten Metal-Sound um. Zwischendurch kommt die Harfe zum Einsatz, insgesamt dominieren jedoch das Growling und der typisch harte Sound.

Bei „The Raven Hill“ wirkt der Gesang wie ein Mantra und die Melodie erinnert an Stücke der Band In Extremo. Der männliche Gesangspart erweckt den Anschein einer Erzählung. Bei diesem Track stehen außerdem die Dudelsäcke im Vordergrund.

Nach dem mit Pfeifen und Harfe versehenen reinen Instrumentalstück „The Silvern Glow“ folgt „Ambiramus“. Dessen Einleitung mutet zunächst wie ein Feier-Song an. Jedoch geht das Tempo in den Strophen zurück und auch die Instrumente werden ruhiger, um dem Gesang Raum zu geben. Richtung Refrain nimmt das Tempo dann wieder an Fahrt auf und auch die Instrumente dürfen wieder in voller Lautstärke spielen.

„Mine Is The Fury“ bietet dazu das krasse Gegenteil. Mit diesem Stück hat die Band ein richtiges Metal-Brett geschaffen. Musikalisch erinnert das Ganze ein wenig an Arch Enemy. Aber auch hier dürfen die klassischen Folk-Instrumente nicht fehlen.

Etwas ruhiger geht es bei „The Slumber“ zu, in dem die Harfe ihr Können unter Beweis stellen darf. Trotz der Metal-Elemente ist der Song sehr emotional.

Erneut von einer Erzählstimme wird „Worship“ eingeleitet. Stimmengewirr und Geschrei ist außerdem zu hören. Auch instrumental klingt der Song sehr bedrohlich. Hier wird wieder das volle Metal-Arsenal aufgefahren.

Eluveitie (Copyright: Manuel Vargas Lepiz; manvarle.com)

Um sich davon wieder etwas beruhigen zu können, folgt „Trinoxtion“ als Instrumentaltrack – inklusive eines Spoken-Word Parts.
Dieser leitet zu „Threefold Death“ über. Nach einem anfänglich zu vernehmenden Harfen-Spiel und dem lieblichen Gesang von Fabienne, endet beides abrupt, indem Screaming und harte Gitarren-Riffs das Ganze ersetzen. Auch hier werfen Eluveitie kurze Erzähl-Parts ein.

„Breathe“ klingt fröhlich und befreiend. Eingebettet von Folk-Instrumenten ertönt eine liebliche Gesangsstimme. Ein kurzer Metal-lastiger Instrumentalpart macht den Song abwechslungsreich.

Bei „Rebirth“ werden noch mal sämtliche Register gezogen. Diesbezüglich dürfen alle Bandmitglieder ihr Können ein letztes Mal auf „Ategnatos“ unter Beweis stellen. Es scheint wie ein letztes Aufbäumen vor dem Schlussakt.

Der kommt schließlich mit „Eclipse“ daher; ein nur von Naturgeräuschen, ein im Hintergrund erahnbares Instrument und Fabiennes Gesang getragener Titel. Der Song bildet den perfekten Abschluss des Werks.

Fazit

Sowohl Frontfrau Fabienne Erni als auch Sänger Chrigel Glanzmann zeigen auf dem Werk ihr gesangliches Können. Das Album wirkt mystischer als die bisherigen Werke zuvor. Man fühlt sich in eine alte Zeit versetzt. Musikalisch hat sich die Band weiterentwickelt. Sowohl die Zusammenarbeit mit einem Streicher-Ensemble als auch die Harfe bieten neue musikalische Eindrücke. Die Folk-Instrumente ziehen sich indes wie ein roter Faden durch das gesamte Werk.

Video

Tracklist

01 Ategnatos
02 Ancus
03 Deathwalker
04 Black Water Dawn
05 A Cry In The Wilderness
06 The Raven Hill
07 The Silvern Glow
08 Ambiramus
09 Mine Is The Fury
10 The Slumber
11 Worship
12 Trinoxtion
13 Threefold Death
14 Breathe
15 Rebirth
16 Eclipse

Details

Eluveitie – Homepage | Eluveitie – Facebook | Eluveitie – Twitter

Label: Nuclear Blast
Veröffentlichung: 05.04.2019
Spielzeit: 60:20

Copyright Cover: Nuclear Blast



Über den Autor

Selina
Selina
Carpe Noctem