Review

The Partisan Turbine lassen grüßen oder doch eher die Excrementory Grindfuckers?
EITER lassen uns mit ihrem Album „Hassbatzen“ keine Luft zum Atmen. Mit knackigen Songlängen von maximal 01:56 Minuten steht die Fönfrisur nach kurzer Zeit. Die Münsteraner haben sich dem klassischen Grindcore verschrieben. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. 2012 war das alles noch Quark im Schaufenster, bis man sich 2013 doch mal in den Proberaum bemühte und es 2015 schlussendlich geschafft hat, diesen „Hassbatzen“ einzuspielen.

Die Namen der Bandmitglieder lesen sich wie die Crème de la Crème des Genres: Kotze, Axt, Säge, Beil und Kessel sind mit von der Partie und so mancher wird den einen oder anderen kennen. Flo (aka Axt) war beispielsweise auch bei Misery Speaks aktiv.

Grindcore steht für Hass und keine Kompromisse. Gibt uns das dieser „Hassbatzen“? Definitiv! Wie eingangs erwähnt, kriegt ihr voll auf die Mütze.

„Fucklette“ beginnt mit Sirenen und Kriegssounds. Nicht gerade untypisch für Grindcore. Es ist ein gern genommenes Thema. Grundlegend ist es aber eher ein Intro und, ich sage mal, zweckmäßig.

Anders sieht es da schon mit „Menschenschrott“ aus. Der Song klingt nach völlig verwahrlosten Menschen. Genau das spiegelt die Musik auch wider. Blastbeats messen sich mit Benighted-Frontalgesang. Die Midtempo Nummer in der Mitte weiß ebenfalls zu überzeugen.

„Madenkrampf“ verkommt zur absoluten Partynummer. Das Tempo ist derbe, genauso der üble Keifgesang von Kotze. Ich kann mir so etwas immer gar nicht im Studio vorstellen.

Nach den ersten vier Songs fällt aber schon auf, dass Innovation und Kreativität hier komplett links liegen gelassen werden. Das ist aber auch nicht die Intention der Musiker. Grind mit Demo-Charakter soll es werden. Dreckig und gemein, so soll es sein. Inklusive Amputation mit einer Kettensäge, alles dabei.
Selten bleibt ein catchy Groove im Ohr. Ein oder zwei Riffs schaffen es zwar mal, doch nach dem 14-minütigen Epos fällt der Gehalt ziemlich mager aus. Wenn EITER doch auch an Leng Tch’e erinnern, bleibt die Raffinesse aus.

Eiter (Copyright: Eiter)

Eiter (Copyright: Eiter)

Was allerdings gut rüberkommt, ist der Spaß. Man nimmt den Jungs ab, dass Sie Freude an der Musik haben und das ist die Hauptsache. In „Siff-Lord“ ist das sehr gut zu erkennen. Zusätzlich ist der Song „Syphillispanzer“ zu empfehlen. Hier zeigt sich, dass EITER auch etwas tiefer in die Materie gehen können, wenn sie denn wollen. Leider bleibt das der einzige Song seiner Art. Wirklich schade, die Möglichkeiten wären da, aber man versteift sich auf einen einfachen Musikstil, der einen Cocktail aus verschiedenen Stilen gebrauchen könnte.

Fazit: „Hassbatzen“ ist zuallererst ein klasse Name für eine Grindplatte. EITER fahren kompromisslose Geschütze auf, die den einen oder anderen Hörer abholen werden. Wahrscheinlich können sie auch die breite Masse abdecken, dennoch fehlt der Tiefgang und der Drang, die Platte immer und immer wieder zu hören. Es hapert einfach an zu vielen Ecken.

Trackliste

01 Fucklette
02 Menschenschrott
03 Madenkrampf
04 Kannibalypse
05 Amputation
06 Siff-Lord
07 Asphaltflechte
08 Syphillispanzer
09 Leberhaken
10 Schlachtvieh
11 Bazillenfresse

Details

EITER – Facebook

Label: Eigenproduktion
Vö-Termin: 09.02.2015
Spielzeit: 14:08

Copright Cover: EITER

 



Über den Autor

Marcus
Marcus