Review

„Egotronic, C’est moi!“ ist das nunmehr siebte Album in voller Länge der Elektro-Punk-Band aus Berlin. Und an Egotronics Attitüde hat sich immer noch nichts geändert. Es gibt wieder schrille Gitarren und knarzigen Synthi auf die Ohren. Und auch gegen Deutschland wird erneut scharf geschossen. Allerdings mit dem typischen Egotronic-Humor.
„Was solls“ sagt es zu Beginn sehr treffend:

„Schliefen am Tag und lebten in der Nacht – Frieden mit Deutschland haben wir immer noch nicht gemacht – Wir sagen nach wie vor noch wo wir stehen – und werden diesen Weg auch konsequent weiter gehen.“

Die Hook auf diesem Song ist übrigens eine der besten und unterhaltsamsten auf dem gesamten Album. Ebenfalls mit Auftritt unter anderem von Johannes Rögner von Frittenbude.

Egotronic treten gewohnt punkig auf und die elektronischen Nebeneffekte werden im Verlauf des Albums immer abgefahrener und … verpixelter. Begleitet wird der Sound von dem altbewährt rotzigen Gesang. Besser könnte man die Lyrics auf „Egotronic, C’est moi“ auch nicht rüberbringen.
Diese sind gleichermaßen ironisch und zum Weglachen stumpf.

„Im Club feiern, grölen, Beifall klatschen – Und im Getümmel einen Arsch betatschen“

So kommt es aus „Toleranz“ hervor. Jaja, auf dieser Platte gibt es immer wieder kleine Momente, die es wert sind, darüber kurz zu grinsen. Dabei gibt sich „Toleranz“ deutlich dynamisch mit simplem Riffing und melodischen Synthis. Außerdem werden zudem die Faschisten mit allen Klischees aufs Korn genommen.

Natürlich darf auch der Running Gag „Raven gegen Deutschland“ nicht fehlen. Klingt deutlich Indie-lastiger und gefasster, als man es eventuell erwartet hätte.

Egotronic (Copyright: Mimikry Berlin)

Egotronic (Copyright: Mimikry Berlin)

Etwas melancholischer wird es mit „Rannte der Sonne hinterher“. Ein Song, der überwiegend aus Punk besteht, mit atmosphärischer Elektronik.

Genauso wird es persönlicher auf „Maybe Someday“, der aber im Gegensatz zu „Rannte der Sonne hinterher“ den Fokus deutlich mehr auf Rock legt.

„Die richtige Einstellung“ entspricht erneut einem typischen Egotronic-Song. Einzig die Samples aus SpongeBob sind irgendwie ein wenig unnötig. Der Track ist auch ohne jene wirklich lässig und rockig, sodass diese mehr wie ein Accessoire wirken, welches nicht wirklich zum Titel beiträgt. Besonders wenn zum Ende hin noch einmal die Bit-Sounds von Super Mario zum Vorschein kommen.

Was gibt es abschließend zu „Egotronic, C’est moi!“ noch zu sagen? Es ist eine Egotronic Platte. Es wird noch mehr auf die Gesellschaft gespuckt und der Sound pumpt einem immer noch die Trommelfelle durch die Ohren. Eine Platte, die nicht nur Fans zufriedenstellen wird.

Video

Trackliste

01 Was solls (feat. Rüde & Yari)
02 Maybe Someday
03 Rannte der Sonne hinterher
04 Die richtige Einstellung
05 Berlin Calling
06 Raven gegen Deutschland
07 Toleranz
08 Exportschlager Leitkultur
09 Möllewahn
10 Die Partei hat immer recht
11 Von nichts gewusst
12 Pilze

Details

Egotronic – Homepage
Egotronic – Facebook

Label: Audiolith
Vö-Termin: 17.04.2015
Spielzeit: 38:45

Copyright Cover: Audiolith



Über den Autor

Christopher