Review

„Egosplit ist alternativer Rock ohne Angst vorm mainstream Pop“ heißt es im Infoschreiben zum Debütalbum mit dem schönen antithetischen Namen „Loud Silence“ der Herforder Band.

Und was das Quintett darauf zu bieten hat, ist facettenreich und in der Tat wenig angstbehaftet, denn es scheint, als fühle man sich in vielen Genres zu Hause. Bunt mischt man Elemente des Funk mit jenen des Punk, geht dabei mal rockig, mal metallisch zu Werke und verpasst dem einen oder anderen Titel sogar eine leichte Pop-Note. Kein Song klingt damit wie der andere. Abwechslung ist somit garantiert. Crossover eben!

Mit dem Opener „Just Because You Can“ pflanzt man bereits den ersten Ohrwurm in die Hirnwindungen der Hörer ein. Harte Gitarren durchziehen den metallastigen Song. Dabei drücken Egosplit auch schon mal das Gaspedal ordentlich durch.

Poppiger und mit zu Beginn „weich“ gespielten Gitarren folgt „Give Me The Kick“, der gesanglich mit einer leichten Punk-Attitüde aufwartet. Ein Break leitet härtere, schleppendere Momente ein, die insbesondere durch die Gitarren und den facettenreichen Gesang zum Ausdruck gebracht werden.

Shoutartig und mit einem gewissen Härtegrad gestalten sich die Strophen des anschließenden Tracks „This Time“. Prägnant sind dabei ebenfalls die Synths, die sich gut in den Gesamtklang des Songs einfügen und das Spiel aus Härte und Melodie unterstützen.

Nach dem jazz-jammig eingeleiteten Song „Back To Life“, der mit backgroundgesanglicher Unterstützung daherkommt, funkig gespielt wird und sogar mit Reggae-Beat-ähnlichen Strukturen aufwartet, folgt eine Ballade, mit der Egosplit beweisen, dass sie auch die ruhigen Töne beherrschen.

Egosplit (Copyright: Egosplit)

Egosplit (Copyright: Egosplit)

Ruhiger beginnt dann auch „Seconds of Silence“, doch wie der Titel schon vermuten lässt, hält die Stille nicht allzu lange an, denn Egosplit greifen in die Saiten, finden das Gaspedal und zeigen den Fellen, wer Herr im Haus ist. Auch stimmlich variiert Sänger Bastian Rabeneck seinen Stil und passt den Gesang der Intensität der Instrumente an.

Eine kleine Überraschung halten die fünf Musiker noch mit „Before I Give Up“ bereit, indem sie sich weibliche Sangesverstärkung mit ins Boot holen. Weibliche und männliche Stimme harmonieren gut miteinander, zumal die Frauenstimme nur sehr dezent in den Titel eingebunden wird.

Nicht mit allen Liedern des Albums „Loud Silence“ gelingt Egosplit ein einprägsamer Ohrwurm, dafür zeigen sie viele unterschiedliche Seiten ihres musikalischen Repertoires und stellen ihr handwerkliches Können unter Beweis. Sie spielen das, was ihnen gefällt und worauf sie Lust haben. Damit bleiben sie zwar unberechenbar, aber zugleich hört man ihnen die enorme Spielfreude an. Zusätzlich verkommt ihr Sound nicht zur cleanen Massenware, sondern bleibt authentisch und „handmade“.
Für Fans von abwechslungsreichen, ehrlichen Alternative Rock-Metal ist „Loud Silence“ daher genau das Richtige.

Video

Tracklist

01 Just because you can
02 Give me the kick
03 This time
04 Back to life
05 If it means anything to you
06 Seconds of silence
07 Before I give up
08 Weakest point
09 My heaven, your hell
10 Standing on the edge

Details

Egosplit – Homepage
Egosplit – Facebook

Label: Timezone Records
Vö-Termin: 14.11.2014
Spielzeit: 48:28

Copyright Cover: Timezone Records



Über den Autor

Conny
Conny
"Das Durchschnittliche gibt der Welt ihren Bestand, das Außergewöhnliche ihren Wert." - Oscar Wilde